Wie du Vignettierungen gezielt einsetzen/entfernen kannst

In diesem Artikel werden wir uns mit Vignettierungen beschäftigen. Zuerst werden wir klären, was Vignettierung überhaupt sind. Danach gucken wir, wie man Vignettierungen bewusst erzeugt oder auch entfernt, je nachdem, wie du dein Bild gestalten möchtest.

Was sind Vignettierungen

Ich bin überhaupt kein Freund davon, Begriffe erst einmal mit der Übersetzung aus dem Lateinischen zu erklären. Vignettierung leitet sich aber aus dem französischen Wort „vignette“ ab und bedeutet so viel wie „Randverzierung“. Da ich die Französische Sprache sympathisch finde, gab es zur Abwechselung mal eine Übersetzung.

In der Fotografie bezeichnet man einen Lichtabfall an den Rändern – im Vergleich zur Mitte- als Vignettierung. Das Bild ist somit an Rändern dunkler als in der Mitte des Bildes. Man spricht auch von Randabschattungen.

Die dunklen Ränder bezeichnet man als Vignettierungen; hier sehr stark
Die dunklen Ränder bezeichnet man als Vignettierungen; hier sehr stark

Diesen Effekt kann nun zum jeweiligen Bild und seiner Aussage als passend oder störend wahrgenommen werden. Ob störend oder passend, entscheiden dabei in erster Linie der Fotograf und im Anschluss daran der Betrachter des Bildes.

Wie entstehen Vignettierungen überhaupt

Abstrakt formuliert muss irgendetwas passieren, damit an den Rändern des Bildes weniger Licht ankommt als in der Mitte des Bildes. Hierfür gibt es nicht die eine Ursache, sondern meistens entstehen Vignettierungen auch durch die Kombination ungünstiger Umstände.

Filter

Filter sind ein gängiger Verursacher von Vignettierungen. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Gefahr von Vignettierungen bei der Verwendung kleiner werdender Brennweiten steigt. Am Teleobjektiv ist die Gefahr somit am geringsten.

Da Objektive unterschiedliche Durchmesser haben und der Filter auch einen fixen Durchmesser haben, verwenden einige Fotografen (inklusive mir) sogenannte Adapter. Damit kann man Filter mit größerem Durchmesser an Objektiven mit kleineren Frontlinsen benutzen. Allerdings steigt die Gefahr von Vignettierung stark an.

Des Weiteren kann man sagen, dass Schraubfilter eher Vignettierungen verursachen als Steckfilter.

Hier hat der ND-Filter am Ultraweitwinkel für starke Vignettierungen gesorgt, was aber nicht weiter stört
Hier hat der ND-Filter am Ultraweitwinkel für starke Vignettierungen gesorgt, was aber nicht weiter stört

Gegenlichtblenden

Gegenlichtblenden wirken sich meist positiv auf deine Bilder aus (höherer Kontrast etc.), dafür muss aber eine Bedingung erfüllt sein: Objektiv und Gegenlichtblende müssen zueinander passen.

Wenn du die Gegenlichtblende des Objektivherstellers verwendest, wirst du kaum Probleme haben. Bei Gegenlichtblenden von Drittherstellern gibt es in der Regel auch keine Probleme.

Die größte Fehlerquelle ist wie immer hinter Kamera. Ist die Gegenlichtblende nicht richtig montiert, kann es dunkle Ränder geben. Allerdings selten in allen Ecken gleichmäßig. Eine verrutschte Gegenlichtblende kommt dabei häufiger vor, als man denkt.

Die Gegenlichtblende sollte immer korrekt am Objektiv befestigt werden
Die Gegenlichtblende sollte immer korrekt am Objektiv befestigt werden

Vignettierungen, die durch das Objektiv verursacht werden

Die häufigsten Verursacher von Vignettierungen sind Objektive. Dass ist dabei wenig verwunderlich, da man für jedes Bild eine Linse braucht.

Bei einer großen Blendenöffnung (kleine Zahl) neigen Objektive eher zu Vignettierungen als bei kleinen Blendenöffnungen.

Den zweiten Faktor kannst du sicherlich erahnen. Es geht um Geld. Teurere Objektive sind hochwertiger konstruiert und versuchen somit weniger Vignettierungen als günstige Objektive.

Wie verhindert/entfernt man Vignettierungen

Da wir nun geklärt haben, wie Vignettierungen entstehen, können wir uns nun daran machen, diese Vignettierungen zu verhindern. Solltest du Vignettierungen doch wollen, kümmern wir uns später noch darum.

Kompatibles Zubehör verwenden

Wie dieser Punkt nicht aussehen sollte, haben wir oben schon erläutert. Deshalb solltest du immer darauf achten, dass dein Zubehör miteinander kompatibel ist.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die Objektive zurückkommen. Es gibt zwar durchaus Kleinbildkameras, die mit APS-C Objektiven klarkommen, doch man sollte lieber Objektive verwenden, die für die Verwendung an der jeweiligen Kamera konstruiert sind.

Da der APS-C Sensor kleiner ist als der Kleinbildsensor, haben APS-C Objektive auch einen kleineren Bildkreis. Dieser kleinere Bildkreis ist jedoch nicht in der Lage, den größeren Sensor komplett auszuleuchten.

Korrektur in der Kamera

Viele Kameras haben eine Funktion, die es erlaubt, Vignettierungen zu entfernen. So kannst du den Vignettierungen ganz entspannt aus dem Weg gehen. Die Entfernung von Vignettierungen ist technisch auch nicht sonderlich schwierig. Die dunklen Bildbereiche müssen lediglich aufgehellt werden.

Korrektur in der Nachbearbeitung

Wenn ihr es ganz genau nehmen möchtet, ist die Korrektur in der Kamera auch eine Nachbearbeitung. Denn die Korrektur findet nach der Aufnahme statt.

Du hast aber auch mit vielen anderen Programmen die Möglichkeit, eventuelle Vignettierungen zu entfernen. In Lightroom kannst du Vignettierungen mit einem Preset schon beim Import entfernen.

Zum Beispiel Lightroom bietet die Möglichkeit, Vignettierungen zu entfernen
Zum Beispiel Lightroom bietet die Möglichkeit, Vignettierungen zu entfernen

Die Entfernung erfolgt dabei in den meisten Programmen ohne Probleme.

Wie du Vignettierungen gezielt erzeugst

In vielen Fällen ist eine leichte Vignettierung durchaus gewünscht. Denn der Blick deines Betrachters geht zuerst zu den hellen Bereichen des Bildes. Wenn du dein Motiv nun in der Mitte des Bildes platzierst oder die Vignettierung gezielt einstellst, kannst du dein Motiv betonen.

Und wer hat schon etwas dagegen, dass der Betrachter dein Bild besser versteht und sich direkt dein Hauptmotiv anschaut?

Natürlich kannst du Vignettierungen auch mit den genannten „Fehlern“ erzeugen. Es gibt jedoch auch Wege, mit denen du die Vignettierung noch etwas besser an dein Bild anpassen kannst.

Vignettierungsfilter für das Objektiv

Mit diesen Filtern meine ich ausdrücklich keine Kombinationen von Adaptern und ND-Filtern am Ultraweitwinkelobjektiv, sondern Filter, die am Rand dunkler sind als in der Mitte.

Ich durfte mal mit einem solchem Filter fotografieren, doch die digitale Variante empfand ich als deutlich eleganter.

Das Bild sieht so aus, als wurde es mit einer Camera Obscura aufgenommen, es wurde aber nur ein Vignettierungsfilter verwendet

Hinzufügen einer Vignettierung in der Nachbearbeitung

Genauso wie das Entfernen einer Vignettierung ist auch das Hinzufügen einer Vignettierung kein Problem. Dabei kannst du meist einige Parameter einstellen.

Grundsätzlich gibt es den Regler Stärke oder Vignettierung, hier wird angegeben, wie stark die Vignettierung ist. Die Angabe erfolgt in Prozent und beschreibt, um wie viel Prozent die Ränder dunkler sind als die Bildmitte.

Oft gibt es noch einen Regler, mit dem man den Mittelpunkt verändern kann. Bei mobilen Apps kannst du meistens direkt auf das Bild drücken und die Vignettierung intuitiv verschieben.

Dann gibt es noch einen Regler, mit dem du die Rundheit der Vignettierung einstellen kannst. Eine Rundung von 100% ist natürlich ein Kreis. Hast du einen Wert am anderen Ende der Skale eingestellt, sind meistens nur noch die Bildecken dunkel.

Hier heißt es einfach mal etwas experimentieren und gucken, was zu den Bildern passt.

Fazit

Ich hoffe, dass du noch das eine oder andere aus diesem Artikel mitnehmen konntest und deine Bilder nun noch etwas bewusster gestalten kannst. Nun wünsche ich dir viel Spaß dabei, deine Bilder mit dunklen oder auch hellen Rändern zu versehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.