Erfahrungsbericht: Equipment mieten statt kaufen

In diesem Artikel möchte ich diskutieren, ob es wirklich immer sinnvoll ist, einen großen Fuhrpark an Equipment zu haben oder ob es nicht doch sinnvoller ist, ab und zu auch mal etwas Technik zu leihen, statt sie zu kaufen.

Dabei soll es eher um das kurzzeitige Mieten von Equipment gehen. Das dauerhafte Leihen ist wieder eine andere Sache und wird in diesem Artikel nicht behandelt.

Man braucht nicht immer alles

Im Durchschnitt steht ein Auto 23 Stunden am Tag. Es wird also nur eine Stunde gefahren, trotzdem besitzen wir es 24 Stunden. Ich möchte dir nicht das eigene Auto ausreden, denn hier geht es ums Fotografieren und diese beiden Zahlen sind nur ein Teil der Wahrheit.

Der Mond bei 400 mm Brennweite am Crop (*1,6)

Bei Kameras und Objektiven ist die Zeit in der Tasche aber oft noch höher. In meinem Fall ist es das Teleobjektiv, das ich gerne, aber nur selten nutze. Aus diesem Grund habe ich mich von meinem eigenen Teleobjektiv getrennt und miete jetzt bei Bedarf ein Teleobjektiv.

In der Regel brauche ich ungefähr an fünf Tagen im Jahr ein Teleobjektiv. Die anderen 360/361 Tage würde es in der Tasche liegen und mir keinen Mehrwert bieten.

Mein Beispiel mag zwar extrem sein, doch es kann auch sein, dass man für bestimmte Sessions mit dem eigenen Equipment nicht weit kommt und man zum Beispiel spezielle Objektive braucht und hier kann das Mieten nun eine interessante Alternative zum Kauf darstellen.

Geringere Kosten bei höherer Qualität

Hätte ich mein Teleobjektiv wieder durch ein eigenes Objektiv ersetzt, wäre es wahrscheinlich ein Objektiv der gehobenen Einsteigerklasse oder der Mittelklasse geworden. Preis-Leistung wäre gut gewesen, aber eben doch nur Mittelklasse.

Es macht Spaß, neues Equipment zu kaufen, doch ist das auch immer nötig?

Miete ich mir nun ein Objektiv, ist das kein teurer Spaß. Somit kann ich zu hochwertigen Objektiven greifen und erhalte dementsprechend auch eine hohe Bildqualität.

So kann man zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Die Bildqualität ist höher und das bei geringeren Kosten. Zwei Ziele, die sonst oft im Konflikt zueinanderstehen.

Eine spontane Benutzung ist schwierig

Grundsätzlich kann man Equipment über Anbieter im Internet oder im stationären Handel mieten. Wobei ich stark an der Zukunft des stationären Fotohandels zweifele.

Unabhängig davon, ob du das Equipment nach zwei Tagen mit der Post geliefert bekommst oder es zwei Stunden später in der Stadt abholst, du wirst mit denselben Schwierigkeiten konfrontiert.

Denn ein Unternehmen hat in der Regel mehr als nur einen Kunden und dementsprechend kann das gewünschte Objektiv nicht verfügbar sein.

Auch kurzfristig kann ein Ausleihen schwierig sein. Diesen Punkten solltest du dir unbedingt bewusst sein.

Equipment testen, bevor man es kauft

Dieser Aspekt passt zwar nicht unter die eigentliche Überschrift des Artikels, doch interessant ist diese Möglichkeit trotzdem.

Spielt man mit dem Gedanken, neues Equipment zu kaufen, ist es hilfreich, zu gucken, wie sich das Equipment im Alltag schlägt und es ganz in Ruhe in einer nicht abschlussorientierten Umgebung auszuprobieren.

Die Eos M5 durfte ich auf einem Event ausprobieren und war dabei wenig emotional

Dann stellt man vielleicht fest, dass das Traumobjektiv ein Luftschloss war. In meinem Fall habe ich das EF 100-400 L der ersten Generation ausprobiert. Früher war es eine Art „Traum“. Mittlerweile haben Teleobjektive ihren Reiz verloren und das Objektiv auch.

Fazit

In einigen Fällen kann es sehr sinnvoll sein, auf Equipment von Dritten zurückzugreifen, statt es selbst zu kaufen. Bei Equipment, welches man oft oder spontan braucht, ist es aber nicht sinnvoll.

So würde ich nie auf die Idee kommen, mein EF-S 10-18 outzusourcen. Ich nutze es quasi bei jeder Fototour und für 220€ macht es einen hervorragenden Job. Nach einigen Einsätzen wäre das Leihen hier auch teurer.

Man muss also von Einzelfall zu Einzelfall unterscheiden, was wirtschaftlich ist und vielleicht auch, was man aus emotionaler Sicht präferiert.

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