Wie du Gewitter fotografieren kannst

Es gibt wohl kein Thema, welches häufiger für Gesprächseinstiege verwendet wird, als das Wetter. Für ein Small-Talk-Tutorial bist du bei mir aber an der völlig falschen Adresse. Das können andere viel besser als ich. Deshalb schreibe ich hier, wie du das nächste Gewitter mit faszinierenden Bildern festhalten kannst.

Gewitter sind eine spannende Sache

Vor einigen Jahrhunderten dachte man noch, dass es Gewitter gäbe, wenn die Götter schlecht drauf sind. Auch gab es damals noch einen Gott für Gewitter. Gott leidet aber an einem großen Kompetenzverlust, er ist heute nur noch für ganz wenige Sachen zuständig, diese Entwicklung ist sehr spannend, dennoch haben Gewitter ihre Faszination nicht verloren.

Heute ist es uns möglich, Gewitter und deren Entstehung sehr gut zu beschreiben, dieses Wissen hilft uns natürlich auch beim Fotografieren weiter.

Dabei bieten Gewitter uns die Möglichkeit, spannende und teils surreale Bilder aufzunehmen. Damit wollen wir uns jetzt genauer auseinandersetzen.

Was Gewitter sind und wie man sie voraussagt

Per Definition ist ein Gewitter eine luftelektrische Entladung mit den damit verbundenen metrologischen Erscheinungen. Wir bemerken Gewitter oft in Form von Blitz und Donner.

Jetzt die genauen Hintergründe zu erläutern, wäre spannend, doch in der Praxis bringt uns das wenig. Deshalb belassen wir es jetzt bei der Voraussage.

Neben dem einfachen Wetterbericht kannst du auch sogenannte Wettermodellkarten verwenden. Bei diesen betrachtest du die simulierte Radar Reflektivität. Je roter die Flächen gefärbt sind, desto größer ist die Chance auf ein Gewitter. Ab 45 dBm kannst du auch von einem Gewitter ausgehen.

Mit Karten zur Blitzortung kann man sehen, wo die Blitze einschlagen und in welche Richtung das Gewitter zieht

Den Ausschnitt habe ich auf LightningMaps.org angefertigt.

Alternativ kannst du auch Blitzortungskarten verwenden. Bei diesen siehst du, wo aktuell Blitze einschlagen und wo sie davor eingeschlagen sind. So kannst du ziemlich gut sagen, in welche Richtung die Gewitterfront zieht.

Die Blitze mit einer Langzeitbelichtung aufnehmen

Ein Blitz ist oft nur für kurze Zeit am Himmel zu sehen. Diese Zeit reicht nicht, um den Auslöser zu drücken und ein Bild aufzunehmen. Deshalb gibt es sinnvollere Vorgehensweisen.

Wenn du den Verschluss deiner Kamera lange aufmachst und das oft genug hintereinander, wirst du irgendwann einen Blitz auf deinem Bild haben. Hier kannst du auch gut einen Intervallauslöser zur Hilfe nehmen. Wenn du am Tag fotografierst, brauchst du meistens noch einen ND-Filter.

Ein Blitz allein ist nett, mit einer Landschaft ist das Bild aber massiv spannender

Auch die Stimmung vor und nach dem Gewitter zeigen

Einem Gewitter gehen oft spannende und komplexe Wolkenstrukturen voraus. Diese sind fotografisch mindestens genauso spannend wie das eigentliche Gewitter.

Das Gewitter selbst geht oft mit starken Niederschlägen in Form von Regen oder Hagel einher. Hier bieten sich auch spannende Motive. So sind die Landschaften nach einem Regenschauer oft sehr gesättigt.

Achte auf die richtige Belichtung

Beim Fotografieren von Wolken sollten diese natürlich noch Zeichnung enthalten und nicht ausbrennen. Hier ist es hilfreich, das Histogramm zu verwenden und darauf zu achten, dass die dunklen Bildbereiche nicht vernachlässigt werden. Eventuell ist auch das Anfertigen einer Belichtungsreihe sinnvoll.

Vor einem starken Gewitter konnte ich diese kontrastreiche Situation einfangen

Auf das eigene Wohlbefinden achten

Dass Blitze gefährlich sind, sollte jedem bewusst sein. Wobei rein statisch gesehen die Chance höher ist, von einer Kokosnuss getroffen zu werden. Autounfälle fehlen in dieser Reihe aber immer. Naja, Statistik eben. Nur mit Vorsicht zu genießen.

Bei einem Gewitter sind nicht nur die Blitze eine Bedrohung für dein körperliches Wohlbefinden, sondern auch die Regenschauer. Regen bringt zwar selten jemanden um, doch ich persönlich sitze lieber im Trockenen als im Regenschauer. Somit solltest du deine Location rechtzeitig verlassen.

Fazit

In der Theorie ist das alles ganz einfach. In der Praxis kommt das Gewitter mitten in der Nacht und die gewünschte Location ist noch etwas entfernt. Es gibt zwar auch Sturmfotografen, die ein Fahrrad benutzen, doch ein Auto ist sinnvoll, um schnell agieren zu können und sich rechtzeitig zurückziehen zu können.

Meine Gewitter Bilder sind auch sehr überschaubar, wobei ich beim Schreiben des Artikels gemerkt habe, dass ich das ändern sollte, denn diese Art der Fotografie ist echt spannend. Vielleicht konnte ich bei dir auch ein ähnliches Gefühl auslösen.

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