Das Histogramm verstehen

Woran erkennst du, ob dein Bild korrekt belichtet ist oder nicht? Wahrscheinlich schaust du auf das Display deiner Kamera und schätzt ab, ob das Bild korrekt belichtet ist. Dieser Eindruck ist zwar grundsätzlich ganz gut, aber kannst du helles Grau von Weiß unterscheiden? Wenn ja, kannst du das auch im hellen Sonnenschein? Wird schon schwieriger. Deshalb zeige ich dir in diesem Artikel, wie du das Histogramm lesen kannst. Mit diesem kannst du sehen, ob du dein Bild korrekt belichtet hast.

Was ist ein Histogramm?

Das Histogramm ist vergleichbar mit einem Säulendiagramm und man kann Häufigkeitsverteilungen in ihm ablesen.

Welche Bedeutung hat das Histogramm in der Fotografie?

In der Fotografie wird das Histogramm verwendet, um die Helligkeitsverteilung eines Bildes grafisch darzustellen. Auf der horizontalen Achse (x-Achse) gibt es bis zu 255 Säulen. Es deshalb sind bis zu 255 Säulen, da ein Pixel eine Helligkeit zwischen 0 und 255 haben kann. Die 0 steht dabei für schwarz und 255 für weiß. Auf der Vertikalen Achse (y-Achse) kann man nun die Häufigkeit ablesen. Mit diesem Wissen kann man das Histogramm schon einmal verstehen. Nun sollte man noch wissen, was man für ein Bild machen möchte. Meistens möchte man es vermeiden, dass die Tiefen absaufen und die Lichter ausbrennen. Also sollten am Enden und am Anfang keine Säulen sein. Möchte man das Bild etwas dunkler haben, sollte es zu einer Häufung von Säulen im linken Bereich kommen. Bei einem hellen Bild, sollten sich die Säulen im rechten Bereich häufen.

Fallbeispiel 1:

Diese Bild ist relativ hell. Die Tiefen und Lichter sind jedoch nicht ausgebrannt. Hier das Bild:

Wie das Histogramm erahnen lässt, ist das Bild recht hell

Wie das Histogramm erahnen lässt, ist das Bild recht hell

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Fallbeispiel 2:

Dieses Bild ist recht dunkel. Lichter und Tiefen sind hier nicht beschnitten worden. Hier das dazugehörige Bild:

Ein helles Bild mit wenigen hellen Stellen

Ein dunkles Bild mit wenigen hellen Stellen

 Fallbeispiel 3:

Dieses Histogramm ist recht ausgewogen. Tiefen und Lichter sind nicht angetastet. Es gibt helle und dunkle Bildbereiche. Auch dazwischen gibt es Bildbereiche mit verschiedenen Helligkeiten. Es kommt jedoch zu einer Häufung im hellen Bereich. Vermutlich war hier ein Himmel mit im Spiel. Hier das dazugehörige Bild:

Ein ausgewogenes Bild mit hellen und dunklen Teilen

Ein ausgewogenes Bild mit hellen und dunklen Teilen

Fallbeispiel 4:

Dieses Bild ist sehr dunkel sein. Einige Bildbereiche sind schwarz und haben keine Informationen mehr.

Fallbeispiel 5:

Diese Bild ist sehr hell. Auch hier gibt es in einigen Bereichen keine Informationen mehr. Da sich die Häufung aber am anderen Ende des Histogrammes befindet, sind diese Bereiche weiß und ausgebrannt.

Wie verwendet man das Histogramm nun in der Praxis?

Jede Kamera hat die Möglichkeit, ein Histogramm anzuzeigen. Im Wiedergabemodus kannst es dir anzeigen lassen. Bei Canon geht dies mit der Info Taste. Schon siehst du das Histogramm. Jetzt kannst du die Helligkeit des Bildes beurteilen. Wenn du die Belichtung änderst, wirst du sehen, dass sich das Histogramm verändern wird. Meistens versuche ich zu vermeiden, dass am Ende und am Anfang des Histogramm keine Säulen sind, so habe ich in der Nachbearbeitung alle Möglichkeiten und ein „perfekt“ belichtetes Bild.

Fazit

Links dunkel, rechts hell und dazwischen sind die Mitteltöne. So ist ein Histogramm aufgebaut. Es ermöglicht einen in jeder Situation die Belichtung gut einzuschätzen, selbst wenn es visuell über das Display kaum noch möglich ist. Am Anfang mag es vielleicht ungewohnt und neu sein, doch nach kurzer Zeit ist das Arbeiten mit dem Histogramm sehr einfach. Dieses Thema ist sehr theoretisch und technisch. Wenn man am Anfang auf das Histogramm verzichtet, ist dies auch nicht weiter schlimm. Möchte man jedoch seine Bilder „perfekt“ belichten, sollte man sich das Histogramm definitiv mal angucken. Aber auch Bilder, die technisch nicht perfekt sind, können sehr schön sein. Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel wieder ein wenig helfen konnte.

8 thoughts on “Das Histogramm verstehen

  • Super, danke, sehr gute Erklärung mit sehr anschaulichen Beispielen.
    Das Beispiel 2 finde ich auch sehr gut. Es ist ein dunkles Bild mit wenigen hellen Stellen (im Untertitel steht zwar „Ein helles Bild mit wenigen hellen Stellen“, aber ist ja klar, was gemeint ist). Gegenbeispiele fände ich noch hilfreich, also solche Beispiele, die nicht perfekt belichtet sind und zeigen, dass man das am Histogram sehen kann.

    • Hallo Thomas,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass weiterhelfen konnte. Ich werde noch einmal schauen, dass ich noch Beispiele für beschnittene Tiefen und Lichter einfüge. Die Bildunterschrift des dunklen Bildes war wohl ein Fall von „versteckter Didaktik“.

      Viele Grüße
      Hendrik

  • Hallo Hendrik,
    ersteinmal, eine klasse Seite die du hier managst.
    Ich habe allerdings zu diesem Artikel eine Frage:
    Ich besitze eine Canon EOS 1200D.
    Und diese Cam hat offensichtlich keine INFO Taste ?
    Ich habe zwar im Menü die Einstellung gefunden, nach der das Histogramm entweder die Helligkeit abzeichnet, oder „RGB“- was auch immer das heißen mag-, allerdings nicht, wie man dieses Histogramm sehen kann :/
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
    LG Anne

    • Hallo Anne,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Die Bezeichnung variiert tatsächlich von Model zu Model. Bei der Eos 1200D heißt diese Taste „DISP.“. Wenn du diese im Wiedergabemodus mehrfach drückst, wirst du zuerst das „einfache“ Histogramm und danach die Histogramme nach Farbkanälen sehen können.
      Gruß
      Hendrik

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