Was der ND-Filter ist und wie du ihn verwendest

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem ND-Filter. Dieser ist eines der wichtigsten Zubehörteile eines Fotografens. Hier erfährst du, was dieser Filter ist, wofür du ihn verwenden kannst und schließlich Tipps zur Benutzung und zum Kauf von ND-Filtern.

Was macht ein ND-Filter

ND ist eine englische Abkürzung und steht für Neutral Density, was sich ganz gut mit Neutraldichte übersetzen lässt. Häufig spricht man auch vom Graufilter. Dieser Filter lässt sich mit einer Sonnenbrille oder noch besser mit einer Fenstertönung vergleichen. Er filtert zwar kein UV-Licht (ist bei digitalen Sensoren nicht notwendig), jedoch lässt er nur einen Teil des auf den Filter fallenden Lichtes hindurch. Somit wird das am Sensor ankommende Licht weniger. Ganz einfach ausgedrückt: Er macht das Bild dunkler.

Auf einige kann man selbst in der digitale Fotografie nicht verzichten (auf den mittleren schon)

Auf einige kann man selbst in der digitale Fotografie nicht verzichten (auf den mittleren schon)

Mögliche Anwendungen

Manchmal kommt es vor, dass wir „zu wenig“ Licht zum Fotografieren haben. Eine solche Situation hattest du bestimmt auch schon einmal. Das Gegenteil davon heißt: „zu viel“ Licht. Wie du oben erfahren hast, reduziert der ND-Filter das ankommende Licht. Bei Verwendung eines solchen Filters hast du nun nicht mehr zu viel Licht. Die Verwendung eines ND-Filters ermöglicht dir eine Verlängerung der Verschlusszeit, eine größere Blendenöffnung oder die Verwendung eines höheren ISO-Wertes (wenn man das möchte). Das ist auch am Tag möglich. Somit kannst auch zur hellen Mittagszeit eine Langzeitbelichtung erstellen und somit die Touristen vor einer Sehenswürdigkeit „entfernen“. Du kannst alle Vorzüge/Anwendungen von Langzeitbelichtungen auch am Tag nutzen. Manchmal möchte man am Tag eine offene Blende verwenden, doch selbst wenn man schon die kürzeste Verschlusszeit eingestellt hat, ist das Bild eventuell noch zu hell. Auch hier kann dir ein ND-Filter weiterhelfen.

Tipps zur Benutzung

Je nach Filter kannst du bei der Verwendung auf diverse Schwierigkeiten treffen. Die wichtigsten zwei erfährst du hier, natürlich mit Lösungsansatz.

1 Der ND-Filter ist so dunkel, dass der Autofokus nicht mehr funktioniert. Dieses Problem betrifft auch den optischen Sucher. Bei der Benutzung des Live-Views hängt es ein wenig von der Kamera ab. Einige können das Bild akzeptabel anzeigen, andere sehen nur noch schwarz. In diesem Fall solltest vor dem Anbringen des Filters fokussieren und dann den Fokus abschalten.

2 Der ND-Filter kann die Farben beeinflussen. Je nach Stärke und Güte des Filters tritt dieser Effekt stärker oder schwächer zu tage. Da der Effekt im gesamten Bild gleichmäßig ist, kannst du den Weißabgleich und die Farben in der Nachbearbeitung später anpassen. Eventuell hilft hier die Verwendung einer Graukarte oder eines Colorcheckers.

Das Erreichen von langen Belichtungszeiten ist auch am Tag mit einem ND-Filter möglich

Das Erreichen von langen Belichtungszeiten ist auch am Tag mit einem ND-Filter möglich

Tipps zum Kauf

ND-Filter gibt es in verschiedenen Stärken. Die genaue Verlängerung der Belichtungszeit lässt sich mit Blendenstufen und Potenzen zwar berechnen, doch eine Erklärung wäre kompliziert und lang. Hinter diesem Link findest du eine Tabelle mit verschiedenen Belichtungszeiten und verschiedenen Filter stärken. Dort bekommst du ein Gefühl dafür, welchen Einfluss welcher Filter auf die Belichtungszeit hat. Für die beiden mobilen Betriebssysteme findest du Apps, die für deine aktuelle Verschlusszeit die Belichtungszeit bei Verwendung eines Filters berechnen. Einfach nach ND im jeweiligen Store suchen. Für die meisten Fälle eignet sich ein ND 64 gut. Dieser macht aus 1/30 schon 2 Sekunden Belichtungszeit. Eventuell kann auch die Anschaffung von 2 Filtern sinnvoll sein. Ein sehr starker (ND 1024) und ein schwächerer (ND 8), so bist du flexibel und für jede Situation gewappnet.

Des Weiteren gibt es verschiedene Filterdurchmesser. Hier solltest du schauen, welchen Durchmesser deine Objektive haben. Am besten kaufst du den Filter für das Objektiv mit dem größten Durchmesser und für kleine Objektive verwendest du Step-down-Ringe*. Allerdings solltest du bei Weitwinkelobjektiven aufpassen. Für diese solltest du einen passenden Filter kaufen. Bei der Verwendung von größeren Filtern ist mit Randabschattungen zu rechnen. Sollte das Weitwinkel nicht das Objektiv mit dem größten Durchmesser sein, kannst du überlegen, wie oft du dieses und die anderen Objektive nutzt und welches am wichtigsten ist. Das Problem betrifft nur (Ultra-) Weitwinkelobjektive, eventuell ergibt der Kauf von zwei Filtern Sinn (Weitwinkel & die anderen Objektive mit Step-Down-Ringen).

Fazit

Ein ND-Filter gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen eines Fotografens. Gerade in der Landschafts- und Architekturfotografie hat dieser Filter einen sehr hohen Nutzen. Ich hoffe, dass du nun weißt, wofür man ND-Filter nutzen kann und wie sie funktionieren.

Mein ND-Filter: Haida Nd1000 77mm*

Wer sich nicht für eine Stärke entscheiden kann: Filterset von Gobe*

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