Wie du Action und Sport fotografierst

In diesem Artikel geht es um ein Thema, welches ich gerne fotografiere, selbst jedoch nicht so gerne praktiziere. Es geht im das Fotografieren von Sport und Action. Damit du gute Ergebnisse erzielst, musst du einige Dinge beachten.

Die Wahl der richtigen Verschlusszeit

Dieser Punkt ist extrem wichtig. Denn ist sie falsch gewählt, freut sich nur der Papierkorb über neuen Inhalt. Das soll natürlich nicht passieren. In den meisten Fällen soll die Bewegung und somit auch Sportler und eventuell auch das Equipment scharf abgebildet werden. In diesem Fall wählst du eine kurze Verschlusszeit. Dadurch ist der Verschluss nur kurz geöffnet und es wird eine Bewegung eingefroren. Du solltest mindestens 1/320 einstellen, um die Bewegung scharf abzubilden. Bei einigen Sportarten sind noch kürzere Verschlusszeiten erforderlich. Es gibt auch die Möglichkeit, dass du die Bewegung gezielt unscharf einfängst. Dabei solltest du vorsichtig sein, ist die Verschlusszeit zu lang, ist der Effekt zu stark und alles ist komplett unscharf. Bei zu langen Verschlusszeiten besteht auch die Gefahr, dass die Bilder durch Verwacklungen unscharf werden. Zu einer Ähnlichen Aufnahmetechnik werde ich weiter unten noch ein paar Wörter verlieren. Möchtest du mehr zum Thema Verschlusszeit wissen, klicke hier.

Hier ist die Belichtungszeit deutlich zu lang, alles ist unscharf

Hier ist die Belichtungszeit deutlich zu lang, alles ist unscharf

Die Blende und der ISO

Die beiden fertige ich heute zusammen ab, einzelne Absätze wären sonst viel zu kurz. Häufig möchte man, dass der Sportler vom Hintergrund freigestellt wird. Dafür wählst du eine große Blende (kleine Zahl). Umso größer die Blendenöffnung ist, umso besser. Dies ist der Grund, warum die Teleobjektive der Sportfotografen so groß und schwer sind. Gut, Geld ist auch wieder so ein Thema. Nun musst du den ISO anpassen. Es kann sein, dass du hier einen hohen Wert auswählen musst. Dies kann zwar zu Bildrauschen führen, doch das ist nicht so schlimm, wie ein unscharfes Bild. Ist der Sport draußen, ist es häufig recht unproblematisch. Wird die Sportart aber in Halle ausgeführt, wird es richtig knifflig. Dann musst du den ISO ans Limit bringen oder eventuell zu Blitzen greifen. Zum ISO Wert erfährst du hier mehr.

Mit der richtigen Verschlusszeit lassen sich auch Wassertropfen "einfrieren"

Mit der richtigen Verschlusszeit lassen sich auch Wassertropfen „einfrieren“

Mitzieher aufnahmen

Möchtest du Mitzieher aufnehmen, solltest du eine längere Belichtungszeit wählen. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass man den Kehrwert der Geschwindigkeit nehmen soll. Die Geschwindigkeit ist die, mit der sich dein Motiv bewegt. Das weiß man nicht immer ganz genau, aber ein grobes Schätzen reicht vollkommen aus. Möchtest du einen Radfahrer fotografieren, der eine Geschwindigkeit von 50 km/h hat, solltest du eine Belichtungszeit von ungefähr 1/50 auswählen. Dies ist nur eine grobe Regel, in der Praxis musst du sowieso immer ein bisschen experimentieren, bis du gute Ergebnisse hast. Auch der Bildstabilisator braucht wieder unsere Aufmerksamkeit. Ist dieser eingechaltet, stabilisiert er alle Bewegungen. Beim Mitziehen ist dies recht ungünstig. Deshalb schaltest du den Stabilisator am besten aus. Kannst du den Modus des Stabilisators einstellen, nutze Modus 2. In diesem werden nur Bewegungen auf der vertikalen Achse stabilisiert. Ideal für Mitzieher. Jetzt müssen wir nur noch das Motiv anvisieren, Kamera auf Höhe des Motives halten und den Auslöser betätigen. Wenn du alles richtig gemacht hast, ist das Motiv nun scharf und der Hintergrund verschwommen. Damit du richtig gute Mitzieher machen kannst, brauchst du einiges an Übung.

Dies ist ein eher leichter Mitzieher

Dies ist ein eher leichter Mitzieher

Richtig fokussieren

Das Fokussieren von Bewegungen ist mit einigen Kameras eine Glückssache. Denn der Autofokus muss schnell und extrem treffsicher sein. Das Objektiv sollte auch nicht das langsamste sein, sonst wird es zum Flaschenhals. Für Sportaufnahmen solltest du den nachführ Autofokus nutzen, bei deiner Kamera findest du ihn unter den Namen Servo AF. Da sich die Motive ständig bewegen, muss der Autofokus ständig nach fokussieren. Auch das Tracken (Verfolgen) von Motiven kann sehr hilfreich sein. Dies beherrschen aber nur neuere und teurere Kameras.

Ist der Fokus nur leicht verschoben, ist die Aufnahme reif für den Papierkorb

Ist der Fokus nur leicht verschoben, ist die Aufnahme reif für den Papierkorb

Das richtige Objektiv

Wie oben erwähnt, spielt das Objektiv eine nicht ganz unwichtige Rolle. Der Autofokus sollte schnell arbeiten. Ist der Autofokus zu langsam, kann es sein, dass man das eine oder andere Foto nicht machen kann. Objektive mit einem Ultraschallmotor sind sehr empfehlenswert, aber auch die STM Objektive von Canon sind schnell. Bei modernen Objektiven ist der Autofokus kein großes Thema mehr. Idealerweise hat das verwendete Objektiv eine große Blendenöffnung. Bei Sportarten, die draußen ausgeübt werden, ist der Punkt noch nicht existenziell, bei Indoor-Sportarten schon. In Hallen ist meistens so wenig Licht, das man schon bei längeren Belichtungszeiten einem höheren ISO nutzen muss. Möchte man nun noch Bewegungen einfangen, muss man bis ans ISO-Limit gehen, was häufig kaum brauchbare Aufnahmen produziert. Auch ist eine große Blendenöffnung wichtig, da man die einzelnen Sportler häufig freistellen möchte.

Die Frage nach der richtigen Brennweite

Wenn man ein Objektiv zum Fotografieren von Sport benennen soll, denkt man häufig sofort an ein 70-200. Dabei geht es auch mit weniger oder deutlich mehr. Wenn man besonders nah am Geschehen ist, kann man auch (Ultra-)Weitwinkelobjektive nutzen. Dies vermittelt das Gefühl, dass man mitten im Geschehen ist. Auch zum Aufnehmen von Teamaufnahmen oder der Sportstätte eignen sich diese Weitwinkelobjektive gut. Häufig ist man jedoch weit vom Geschehen entfernt. Dann muss man zu langen Brennweiten greifen. Bei einem Fußballspiel sieht man es besonders häufig, dass die Fotografen hinter der Torauslinie sitzen und versuchen mit langen Teleobjektiven, die einzelne Szenen und Spieler zu fotografieren. Direkt hinter dem Tor stehen häufig (alte) Kameras mit einer kurzen Brennweiten, um die typischen Toraufnahmen zu machen. Auch eine Art seine alten Kameras zu zerstören. Objektive mit extrem hoher Brennweite (+300 mm) sind häufig extrem teuer und somit kauft man sich diese zum mal Ausprobieren eher selten. Eventuell kann man sich diese mal Ausleihen oder man versucht sich mit Telekonvertern. Weiß man, dass die Sportfotografie das Richtige für einen ist, kann man auch über den Kauf von längeren und lichtstärkeren Objektiven nachdenken.

Was mit Menschen funktioniert, funktioniert genauso bei Schiffen, Autos und auch Flugzeugen

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Die richtige Kamera

Möchte man die Sportfotografie nur mal ausprobieren, kann man sich erst einmal mit jeder Kamera versuchen. Weiß man, dass man tiefer in dieses Genre gehen will, sollte man dieses beim Kamerakauf berücksichtigen. Ich persönlich nutze (stand August 2017) eine Canon Eos 700d. Dies ist eine Einsteigerkamera. Sie hat 9 Autofokuspunkte, alle sind Kreuzsensoren. Und sie kann 5 Bilder in der Sekunde aufnehmen. Der Puffer schafft nur 6 Bilder RAW, im JPEG gibt es kein Limit. Dies ist der einzige Haken.  Sonst kann man mit dieser Kamera schon gute Sportaufnahmen machen. Nur mit einer 1300d und 3 Bildern kann es eng werden. Also, man braucht nicht die teuerste Kamera. Vor einiger Zeit konnte ich die Eos 7d Mark 2* nutzen. Eine Sport Kamera durch und durch. Das ist natürlich eine ganz andere Liga. Mit 10 Bildern in der Sekunde erwischt man jeden Moment. Auch der Autofokus ist schneller. Letztendlich macht der Fotograf das Bild, jedoch ist das Equipment in der Sportfotografie nicht ganz unwichtig.

Sportkameras machen das Fotografieren von Action zum Vergnügen

Sportkameras machen das Fotografieren von Action zum Vergnügen

Die Vorbereitung

Vorbereitung ist immer wichtig! Aber gerade in der Sportfotografie ist es extrem wichtig. Häufig fotografiert man nicht nur eine Sportart, sondern hat von Shooting zu Shooting andere Sportarten. Man sollte wissen, was die Sportart ist, welche Geräte benutzt werden und was mögliche Bewegungen sind, die man fotografieren kann. Hat man das gemacht, sollte man sich um Posen kümmern. Am besten sucht man einfach  bei Google / Flickr oder Ähnlichen nach der Sportart. Danach sollte man schon Ideen haben, was man fotografieren könnte. Nun folgt die übliche Vorbereitung für Location, Equipment und Licht. Fotografiert man nur ein Spiel oder einen Wettbewerb, fällt dieser Teil kleiner aus. Aber ein Wissen über die Sportart, Regeln und Abläufe kann auch dort hilfreich sein.

Auch Details abseits des Sports sind immer wieder eine Aufnahme wert

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Fazit

Die Sport- und Actionfotografie gehört zwar nicht zu meinen Lieblingsgenres der Fotografie, aber ab und zu mache ich auch gerne Bilder von Bewegungen. Einfach mal die volle Geschwindigkeit von Kamera und Objektiven ausschöpfen. Ich hoffe, dass ich dir mit diesen Tipps helfen konnte, wenn das so ist, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen.

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