Was TIFF ist und wann sich die Verwendung anbietet

In diesem Artikel gucken wir uns mal wieder ein Dateiformat an. TIFF ist den meisten Computernutzern wohl eher nicht so bekannt. Dennoch ist ein Dateiformat, welches für Fotografen durchaus interessant ist.

Wie TIFF-Dateien grundsätzlich funktioniert, Vor- und Nachteile sowie mögliche Verwendungsszenarien werden wir in diesem Artikel besprechen. So solltest du etwas Hintergrundwissen haben, aber auch der Praxisnutzen kommt dabei nicht zu kurz.

Der Betrachter erhält das Bild am Ende meisten doch als JPEG
Der Betrachter erhält das Bild am Ende meisten doch als JPEG

Was ist TIFF

TIFF ist ein Akronym und steht für tagged image file format. Da Dateiformat schon im Namen vorkommt, schreibe ich auch nicht TIFF-Format, das wäre doppelt gemoppelt.

Wo das tagged herkommt, werden wir uns jetzt einmal angucken. Dazu werfen wir einen kurzen Blick auf den Aufbau eines TIFF.

Der Aufbau eines TIFF

Ein TIFF kann man sich dabei gut wie eine Liste mit Informationen und einzelnen Elementen vorstellen.

Wie bei jeder Datei beginnt die Datei mit einem Header, der die Information enthält, um welche Datei es sich überhaupt handelt. Dann folgt die Zahl 42 und eine Angabe dazu, an welcher Position sich das erste Bild befindet und die dazugehörigen Tags sind.

An der angegebenen Position sind nun sogenannte Tags. Diese enthalten meistens Informationen zum Bild (Breite, Höhe usw.). Es ist auch denkbar, dass Informationen zum verwendeten Programm gespeichert werden. Jetzt kommt natürlich noch das Bild selbst.

Dann gehört zu einem Bild auch noch die Adresse des nächsten Bildes in der Datei. Diesen Vorteil gucken wir uns später noch genauer an. Gibt es allerdings keinen Nachfolger mehr, ist dieser Wert null.

Falls du dich irgendwann mit Programmierung beschäftigst hast, kommt dir das Prinzip vielleicht von den verketten Listen bekannt vor.

Soviel zu technischen Hintergrund.

Welche Vorteile bietet TIFF

TIFF unterstützt das CMYK Farbmodell

Das CMYK Farbmodell kennst du wahrscheinlich von deinem Drucker, denn dieser Arbeitet mit diesem Modell. Daher kommen auch die vier einzelnen Farbpatronen.

Möchtest du ein Bild schon im CMYK Farbmodell für den Druck speichern, geht das im TIFF sehr gut. JPEG kann das nicht oder zumindest nur sehr eingeschränkt.

Es gibt nur wenige Kameras, die das Speichern im TIFF erlauben
Es gibt nur wenige Kameras, die das Speichern im TIFF erlauben

TIFF ist oft verlustfrei

Grundsätzlich sind Bilder im TIFF verlustfrei gespeichert. Das Wort „grundsätzlich“ lässt aber auch Ausnahmen zu, so ist es auch möglich, dass du einen Algorithmus verwendest, der verlustbehaftet speichert.

Bei JPEGs bekommst du allerdings häufiger Verluste.

Metadaten können eingebettet werden

Wie wir oben gesehen haben, kann man in einem TIFF eine Vielzahl an Informationen unterbringen. Auch die Metadaten können in einem TIFF gespeichert werden.

Bei JPEGs geht das auch, doch bei RAW Dateien brauchst du hierfür eine zusätzliche *.xmp Datei.

Man könnte mir jetzt entgegenhalten, dass dies bei DNGs auch nicht notwendig ist. Das ist auch richtig. Das DNG wurde aber auf Basis des TIFF entwickelt. Diesen interessanten Punkt habe ich bei meinen Recherchen gefunden und wollte ihn euch nicht vorenthalten.

Es können mehrere Bilder in einer Datei gespeichert werden

Beim Aufbau eines TIFF habe ich geschrieben, dass das aktuelle Bild noch auf die Position des nächsten Bildes zeigt. Daran kann man schon erkennen, dass mehrere Bilder in einer Datei gespeichert werden können.

Dabei speichert man meistens nicht verschiedene Bilder in einem TIFF, sondern ein Bild in unterschiedlichen Auflösungen. So kannst du Vorschaubilder in verschiedenen Auflösungen und das Bild selbst in voller Auflösung in der Datei speichern.

In einem TIFF können auch Ebenen gespeichert werden
In einem TIFF können auch Ebenen gespeichert werden

Welche Nachteile hat TIFF

Große Vielfalt an TIFF Dateien

Ein TIFF teilt sich in viele Bereiche auf. Diese können mit unterschiedlichen Informationen gefüllt werden. Deshalb gibt es viele verschiedene TIFF Dateien. Unterstützt ein Programm nun einige Tags nicht, kann das zu Fehlern führen.

Prinzipiell kennen wir dieses Problem von den RAW Dateien. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen und kein anderer versteht, was der andere gemacht hat.

Allerdings gibt es eine Reihe an TIFF Dateien, die jedes Programm verarbeiten kann, das mit TIFF arbeitet. Diese Dateien verwenden das Baseline-Profil. Wenn du diese verwendest, bist du auf der sichereren Seite.

Ich behaupte an dieser Stelle, dass die meisten Programme für Endanwender wohl auch untereinander kompatibel sind.

Die Dateigröße

Diesen Punkt kann man in zwei Richtungen auslegen.

Da die Bilder meist ohne Komprimierung gespeichert werden, sind die Bilder entsprechen groß. Das kann auch mal das Vielfaches des JPEGs sein. Allerdings hat man dann auch ein unkomprimiertes Bild und die Preise für Speicher sind aktuell eher auf den Weg nach unten als nach oben.

Die Datei im JPEG Format hat 9 MB, das TIFF hat 108 MB
Die Datei im JPEG Format hat 9 MB, das TIFF hat 108 MB

Aus technischen Gründen wird das TIFF aber nicht größer als 4 GB sein. In einigen wenigen Anwendungsfällen stellt das ein Problem dar.

Wann bietet sich die Verwendung von TIFF für dich an

Ich weiß zwar nicht genau, was du machst und was deine Anforderungen sind, doch ich gebe dir nun einigen Situationen, in denen die Verwendung von TIFF durchaus Sinn ergeben kann.

Bei der Zusammenarbeitet mit Druckereien

Da du die Bilder im CMYK Farbmodell speichern kannst, ist das für den Druck vorteilhaft. Gerade professionelle Druckereien freuen sich wahrscheinlich über ein Bild im TIFF.

Ich verschicke meine Bilder allerdings immer als 8 Bit JPG in sRGB und die Bilder sehen trotzdem gut aus…

Wenn weitere Bearbeitungen anstehen

Möchte ich ein Bild aus Lightroom in Photoshop bearbeiten, erstellt Lightroom mir eine TIFF-Datei mit allen aktuellen Bearbeitungen und ich habe in Photoshop ein Bild in guter Qualität, mit dem ich gut weiterarbeiten kann.

Dein Workflow muss nicht so aussehen, doch vor dem finalen Speichern/Exportieren und beim Wechsel des Programms, würde ich auch das TIFF als Zwischenformat benutzen.

Als Zwischenformat in der Bearbeitung ist TIFF auch ein interessante Option
Als Zwischenformat in der Bearbeitung ist TIFF auch ein interessante Option

Mit TIFF-Dateien ist es auch möglich, Bilder mit mehreren Ebenen zu speichern.

Auch für den Fall, dass du das Bild an jemand anders zur Bearbeitung schickst, ist das TIFF eine gute Wahl.

Zur Archivierung

Das TIFF kann auch gut zur Archivierung genutzt werden, denn die Kompatibilität ist hoch und die Qualität auch. Allerdings solltest du darauf achten, dass du keinen zu speziellen Standard verwendest, sonst kann das Bild in zwanzig Jahren doch keiner mehr lesen.

Fazit

TIFF ist zwar ein eher wenig verwendetes Format, doch in einigen Situationen kann es seine Stärken ausspielen.

Ich hoffe, dass du nun weißt, was ein TIFF ist und entscheiden kannst, ob sich die Verwendung für dich anbietet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.