Was du beim Kauf von Objektiven beachten solltest

Wie du dem Titel bereits entnehmen konntest, soll es heute um den Kauf von Objektiven gehen und was man dabei beachten sollte. Wenn du einen Überblick über die verschiedenen Arten von Objektive willst, empfehle ich dir diesen Artikel.

Was willst du Fotografieren?

Bevor du nach Objektiven schaust, musst du dir erst einmal klar machen, was du mit diesem Objektiven fotografieren willst. Bis auf einige Ausnahmen haben Objektive einen speziellen Einsatzbereich (Brennweitenbereich/Blendenöffnung). Superzoomobjektive decken zwar einen großen Brennweitenbereich ab, doch die Bildqualität lässt häufig zu wünschen übrig. Also musst du dich für einen Brennweitenbereich entscheiden. In diesem Artikel habe einmal verschiedene Objektive aufgelistet. Häufig beginnt man mit dem mitgelieferten Kit-Objektiv. Später möchte man häufig den Brennweitenbereich mit anderen Objektiven erweiteten oder die Bildqualität verbessern. Fotografierst du häufig am oberen oder unteren Ende deines Standartzooms, solltest du über die Anschaffung eines Tele- oder Weitwinkelobjektives nachdenken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Einsteiger eher in den Telebereich zieht und die zweite Anschaffung somit häufig ein Tele* ist. Hast du dich nun für einen Brennweitenbereich (oder einer Brennweite bei Festbrennweiten) entschieden, kann es nun weitergehen.

Für unterschiedliche Anwendungen gibt es unterschiedliche Objektive

Für unterschiedliche Anwendungen gibt es unterschiedliche Objektive

Welche maximale Blendenöffnung benötigst du?

Was die Blende ist und was sie bewirkt habe ich hier zusammengefasst. Kurz gesagt lässt eine kleine Zahl mehr Licht ins Objektiv und sie lässt den Preis nach oben steigen. Wenn du Landschaften oder Architektur fotografierst, kannst du die Blende fast vernachlässigen. Wenn du Porträts fotografierst, häufig im dunklen fotografierst oder einfach nur den Effekt des unscharfen Hintergrundes magst, solltest du auf jeden Fall einen Blick auf die Blende werfen. Denn gerade zum Freistellen des Motives ist eine große Blendenöffnung erforderlich. Zum Freistellen macht alles unter 2,8 richtig Spaß. Blendenöffnung von 1,2 sind zwar ein Traum, aber preislich eher in den oberen Bereichen zu finden. Auch beim Arbeiten mit wenig Licht, wie zum Beispiel auf vielen Veranstaltungen sind große Blendenöffnungen erforderlich. Denn mit einer großen Blendenöffnung kannst du das wenige vorhandene Licht einfangen. Jedoch solltest du auch beachten, dass Objektive mit einer großen Blendenöffnung schwerer sind.

Mit einer großen Blendenöffnung ist der scharfe Bereich sehr klein

Mit einer großen Blendenöffnung ist der scharfe Bereich sehr klein

Brauchst du einen Bildstabilisator?

Das lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer zur Variante mit Bildstabilisator greifen. Bist du Sony oder Panasonic-Nutzer, kannst du diesen Abschnitt überspringen, denn diese Kameras haben einen internen Bildstabilisator. Nutzt du keine dieser Kameras, ist dieser Abschnitt für dich relevant. Wenn du häufig mit viel Licht oder vom Stativ aus fotografierst, ist ein Bildstabilisator nicht so wichtig für dich. Bist du eher im dunkleren Situationen unterwegs oder du weißt, dass du eine eher wacklige Hand hast, solltest du eher zu bildstabilisierten Variante greifen. Bei Teleobjektiven würde ich dir auch zu Objektiven mit Bildstabilisator raten, da Verwacklungen beim Tele schnell sichtbar sind. Objektive mit einen Bildstabilisator sind zwar etwas teurer, jedoch bieten sie einen auch einen gewissen Mehrwert.

Muss das Objektiv vom Kamerahersteller sein?

Nein. Dritthersteller bieten mindestens gleichwertige Linsen, einige bieten sogar eine höhere Bildqualität, als die Objektive des Kameraherstellers. Gerade Sigma zeigt aktuell, was möglich ist. Die Art-Serie bietet extrem scharfe und hochwertige Objektive. Auch Tamron muss sich nicht hinter anderen Herstellern verstecken. Das aktuelle SP Lineup hat sehr gute Objektive im Angebot. Manchmal sind die Objektive von Drittherstellern sogar günstiger als Objektive vom Hersteller. Und Probleme mit Front- oder Backfokus hat man auch mit Objektiven des Kameraherstellers. Beim Objektivkauf würde ich eine Canonlinse auch nicht unbedingt einer Linse von Tamron vorziehen. Ich würde eher auf die Ausstattung und eventuell das Preis-Leistungsverhältnis schauen.

Auf diesem Bild sieht man eine Vignettierung

Auf diesem Bild sieht man eine Vignettierung

Was ist mit der Bildqualität

Das ein Objektiv für 1000€ schärfere Bilder macht, als ein Objektiv für 100€ , sollte wohl jedem klar sein. Umso teurer die Objektive, desto besser sind auch die Abbildungsleistungen. Es gibt ein paar Begriffe, auf die man beim Lesen von Testberichten achten sollte.

Randabschattung/Vignettierung: Tritt gerade bei Objektiven mit großer Blendenöffnung auf. Bei diesem Bildfehler sind die Ecken dunkler als das Bildzentrum. Dieses Problem ist eigentlich gar nicht so schlimm, denn in der Bildbearbeitung fügt man häufig künstlich eine Vignettierung hinzu.

Chromatische Aberrationen/ Fabsäume: Eigentlich stören Bildfehler mich nicht besonders, doch Chromatische Aberrationen empfinde ich als sehr störend (deshalb bin ich froh, dass Lightroom sie einfach entfernen kann). Hierbei handelt es sich um gelbe, grüne, lila oder rosa Farbsäume, die sich gerade an Kanten mit hohen Kontrasten bilden. Dies ist eine Eigenschaft von Optiken (Brillenträger kennen dieses Problem auch).

Nachlassende Schärfe zum Bildrand hin: Nahezu alle Objektive sind in der Bildmitte schärfer als am den Bildränder. Das ist mal mehr, mal weniger schlimm. Ist man auf Details am Bildrand angewiesen, sollte das Objektiv diesen Effekt nur in geringer Stärke haben.

Grundsätzlich gilt, dass sich viele Bildfehler in der Nachbearbeitung durch einen Klick entfernen lassen (oder automatisch beim Import). Und umso weiter man die Blende schließt, desto geringer treten diese Bildfehler auf. Auch sind diese Effekte bei höherpreisigen Objektiven weniger zu sehen. Ein empfehlenswerter YouTube-Channel is übrigens Valuetechde, dort findest du Tests zu Kameras, Objektiven und weiteren Fotoequipment.

In Lightroom lassen sich viele Bildfehler einfach beheben

In Lightroom lassen sich viele Bildfehler einfach beheben

Wie zum Beispiel die Chromatischen Aberrationen

Wie zum Beispiel die Chromatischen Aberrationen

Was ist mit dem Autofokus?

Je nach Objektiv ist dieser unterschiedlich schnell und unterschiedlich präzise. Wenn du Sport und Bewegung fotografieren möchtest, sollte der Autofokus entsprechend schnell sein. Bei statischen Motiven muss der Autofokus nicht besonders schnell sein. Es gibt sogar Objektive ohne Autofokus (viele von Zeiss oder Samyang). Wenn du häufig manuell fokussierst oder es vermehrt tun willst, kannst mit solchen Objektiven viel Geld sparen. Okay, vielleicht bei Samyang, bei Zeiss ist wohl eher das komplette Gegenteil.

Was ist mit meinen Budget?

Diesen Punkt musst du mit deinen Kontostand und/oder deinem Bankberater ausmachen. Grundsätzlich lohnt es sich, teurere Objektive zu kaufen, denn diese machen häufig mehr Spaß und man nutzt Objektive häufig auch an mehreren Kameras. Wenn das Budget doch eher klein ist, kann man gut nach Objektiven von Drittherstellern Ausschau halten oder auch auf dem Gebrauchtmarkt schauen. Wer kein Probleme damit hat, gebrauchte Objektive zu kaufen, kann viel Geld sparen oder sich erst manche Träume erfüllen. Der Gebrauchtmarkt funktioniert natürlich auch andersrum. Möchtest du eine Linse wieder verkaufen, ist dies häufig recht einfach und viele Objektive sind relativ wertstabil.

Fazit

Grundsätzlich ist es nicht schwer, ein Objektiv zu kaufen. Hat man jedoch eine Auswahl mit mehreren Objektiven, die in etwa gleichwertig sind, kann es hilfreich sein, Tabellen und Listen anzufertigen und die Objektive genau zu vergleichen oder einfach mal eins auszuleihen. Ich hoffe, dass ich dir nun beim Finden der richtigen Linse helfen konnte. Wenn du noch weitere Fragen oder Anregungen hast, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

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