Was der Bildstabilisator ist und was er macht

In vielen Artikeln erwähne ich den Bildstabilisator. Meistens gebe ich dir die Anweisung, den Bildstabilisator auszuschalten. Warum das manchmal sehr sinnvoll ist und einige weitere Details werden ich in diesem Artikel klären.

Was ist der Bildstabilisator

Der Bildstabilisator ist eine Linse oder eine ganze Linsengruppe im Objektiv. Des Weiteren gehört eine kleine Recheneinheit sowie ein Sensor, der Bewegungen erfasst (vermutlich ein Gyrosensor?) dazu. Der Sensor ermittelt Bewegungen. Dies geschieht bei Videoaufnahmen durchgehend und beim Drücken des Auslösers. Das Sucherbild wird auch stabilisiert, was gerade am Tele sehr angenehm ist. Dies ist die Variante im Objektiv.

Es gibt auch Kameras, die einen internen Stabilisator haben. Bei dieser Technik ist der Sensor flexibel gelagert. Mit einem solchen Sensor kann man nicht nur das Bild stabilisieren, auch ist es möglich, den Sensor während der Aufnahme nachzuführen. Das macht häufig bei Astronomie Aufnahmen Sinn. Auch kann die Auflösung durch das Verschieben des Sensors und das anschließende Verrechnen erhöht werden. Das sind spannende Techniken, doch hier geht es erst einmal um den Bildstabilisator.

Gerade bei Benutzung einer langen Brennweite ist ein Bildstabilisator hilfreich

Gerade bei Benutzung einer langen Brennweite ist ein Bildstabilisator hilfreich

Was macht der Bildstabilisator

Durch gezielte Bewegungen des Sensors oder der Linse versucht er Verwacklungen zu kompensieren.

Wie viel bringt der Bildstabilisator

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Der genaue Wert ist von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich. Hersteller machen meistens Angaben von ungefähr 4 Blendenstufen. Ich habe einmal eine Versuchsreihe gemacht, sodass du dir selbst ein Bild machen kannst. Wie effektiv der Stabilisator deines Objektives ist, solltest du am besten einmal ausprobieren. Der Trampolintest ist schon fast eine anerkannte Testmethode, allerdings hilft ein bisschen Wackeln schon aus, um die Leistungsfähigkeit zu beurteilen.

Objektive mit und ohne Bildstabilisator

Nun kann man sich die Frage stellen, ob man ein Objektiv mit oder ohne Bildstabilisator kaufen sollte. Beim Stabilisator in der Kamera ist es egal. In allen anderen Fällen hängt es vom Nutzungsverhalten ab. Bei einem Teleobjektiv würde ich immer zum Stabilisator raten. Beim Ultraweitwinkel ist ein Stabilisator nicht von Nöten, Verwacklungen kommen nur selten zustande. Arbeit man viel auf einem Stativ, ist der Bildstabilisator auch nicht erforderlich. Fotografierst auch mal bei weniger Licht aus der Hand, ist ein Stabilisator empfehlenswert. Objektive mit Bildstabilisator sind meistens teurer, als die ohne Stabilisator. Nennen wir als Beispiel das 70-200 4.0 von Canon. Ohne Bildstabilisator knapp 600€, mit 1200€. Der Faktor 2 trifft es ganz gut. Das Budget ist also auch nicht zu vernachlässigen.

Wenn die Kamera auf einem Stativ ist

Nutzt du deine Kamera auf einem vernünftigen Stativ, ist die Kamera fix. Manche Objektive und Kameras erkennen dies sogar. In der Regel solltest du den Bildstabilisator manuell abschalten. Sonst ist der Bildstabilisator auf der Suche nach Bewegungen, die nicht existieren. Werden diese nicht vorhandenen Bewegungen versucht auszugleichen, erzeugt das Objektiv unscharfe Bilder.

Wenn du schärfere Bilder machen möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel.

Ist das Stativ doch nicht so stabil, kann man dem Bildstabilisator eine Chance geben

Ist das Stativ doch nicht so stabil, kann man dem Bildstabilisator eine Chance geben

Das mysteriöse Klackern

Vielleicht hast du es bei einem deiner Objektive schon einmal erlebt. Sind diese ausgeschaltet, klackern einige. Komischerweise nur die, die einen Bildstabilisator haben. Das ist überhaupt kein Grund zu unnötiger Panik. Die Linse des Bildstabilisators befindet sich in einem Magnetfeld. Da dieses Magnetfeld von einem Elektromagneten ausgeht, ist es nur aktiv, wenn das Objektiv mit Strom versorgt wird. Ist dies nicht der Fall, kann sich die Linse etwas bewegen. Absolut nichts Schlimmes.

Unschärfe durch ein bewegtes Motiv

Der Bildstabilisator kann ein Mittel zu schärferen Bildern sein. Allerdings kann er bei Bewegungsunschärfe nichts machen. Technisch ist es ausgeschlossen, dass der Bildstabilisator dein Motiv auf der Stelle einfriert. Ist dein Motiv trotzdem unscharf, bringt dir mein Technikgerede herzlich wenig. Hier hilft eine kurze Verschlusszeit.

Ist das Motiv für die gewählte Belichtungszeit zu lang, hilft einem der Bildstabilisator nicht

Ist das Motiv für die gewählte Belichtungszeit zu lang, hilft einem der Bildstabilisator nicht

Verschieden Modis des Bildstabilisators

Ein Bildstabilisator hat technisch bedingt immer zwei Zustände An und Aus. Einige Objektive haben nun noch einen mehr. Ganz wenige sogar zwei weitere. Der weitere Modus ist für Mitzieher konzipiert. Man wählt eine lange Verschlusszeit und bewegt das Objektiv mit dem Motiv mit. Diese horizontale Bewegung würde ein normaler Bildstabilisator ausgleichen. Das fertige Bild sieht dann sehr komisch aus. In diesem speziellen Modus wird nur die vertikale Bewegung ausgeglichen. Der eventuelle vierte Modus ist ein Custom Modus. Da dieser vom Kunden konfiguriert wird, kann ich wenig dazu sagen. Es können Bedingungen und detaillierte Einstellungen getroffen werden.

Ist ein Bildstabilisator vorhanden, lässt sich dieser auch abschalten

Ist ein Bildstabilisator vorhanden, lässt sich dieser auch abschalten

Fazit

Der Bildstabilisator ist eine ziemlich nützliche Sache. Allerdings gibt es einige Tücken, die man kennen sollte. Ich hoffe, dass ich dir nun die wichtigsten nennen konnte und dein Verständnis für diese Technik etwas erhöhen konnte.

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