Worauf du beim Kauf von SD-Karten achten solltest

Heutzutage haben wir es sehr einfach. In analogen Zeiten war das Speichermedium noch maßgeblich am Look des fertigen Bildes beteiligt. Über das Thema „Film“ konnte man ganze Bücher füllen und es fehlten immer noch einige Filme. In digitalen Zeiten sieht man nicht, auf welcher Speicherkarte das Bild gespeichert wurde. Doch für dich als Fotograf ist es häufig nicht egal, welche Speicherkarte du verwendest. Deshalb gibt es nun ein paar Tipps, die du beim Kauf von SD-Karten beachten solltest.

Die Geschwindigkeitsbezeichnungen

Die Geschwindigkeit deiner Speicherkarte kann in einigen, wenigen Lagen über Leben oder Tod entscheiden. Ist deine Karte zu langsam, ist es deine Kamera eventuell auch und bei Serienbildaufnahmen entgeht dir der entscheidende Moment. Die am weiten verbreitetste Bezeichnung für Geschwindigkeit stellt Class x dar. Das x wird durch eine Zahl bis 10 ersetzt. Die Zahl gibt an, wie viele MB die Speicherkarte pro Sekunde schreiben kann. Da heute alle vernünftigen Karten ohne Mühe Class 10 erfüllen, hat man das System erweitert. Danach kommt UHS. UHS-I entspricht 10 mb/s. UHS-III mindestens 30mb/s. Diese Spezifikationen wurde allerdings auch erweitert und pro UHS-Class wurden mehrere Geschwindigkeiten definiert. Diese Angaben helfen einen eher weniger. Allerdings geben alle namenhaften Hersteller die Geschwindigkeit ihrer Karten in den Produktbeschreibungen an. Auf diese Werte sollte man sich nicht blind verlassen, externe Tests geben einen eine gewisse Sicherheit. Die Seite von Speicherkarten Guru hat eine Vielzahl an Speicherkarten getestet.

Die SD-Karte*, die ich meistens nutze.

Speicherkarten sind für das Fotografieren quasi unerlässlich

Speicherkarten sind für das Fotografieren quasi unerlässlich

Kompatibilität mit der Kamera

Die meisten Speicherkarten sind abwärtskompatibel. Das ist auch gut, denn der Großteil moderner Kameras hat einen Speicherkartencontroller, der gerne schneller sein könnte. Im Internet findet man zu vielen Kameras ungefähre Angaben zur Geschwindigkeit, mit der die Kamera auf die Karte schreiben kann. Wenn du diese gefunden hast, kannst du nach einer Speicherkarte suchen, die die Geschwindigkeit deiner Kamera voll ausnutzt. Einen kurzen Blick solltest du noch auf die Generation deiner Speicherkarten werfen. Ist deine Kamera sehr alt, kann es sein, dass sie nur SD-Karten unterstützt. Moderne Karten sind allerdings SDHC oder SDXC Karten, hier hilft ein Blick ins Handbuch. Bei neuen Kameras ist das aber kein Thema mehr.

Die Größe der Karte

Speicherkarten gibt es von 1 GB bis 512 GB. Auf der Photokina habe ich auch Prototypen von 1 und 2 TB Karten gesehen, doch diese sind komischerweise noch nicht auf dem Markt. 512 GB kosten auch schon knapp 300€. Für viele Anwender sind diese Karten aktuell wohl auch ein wenig groß. Der Großteil aller SD-Karten hat 16-64 GB. Ich nutze lieber 2* 16 GB als 1*32 GB. Sollte mir nun einmal eine Speicherkarte kaputt gehen oder ich verliere diese, gehen nur 16 GB an Daten verloren. Das Spiel kann man zwar noch verkleinern, doch irgendwann wird es unpraktisch. Bei der Suche nach der Kapazität muss du schauen, wie viele Bilder du gerne auf eine SD-Karte schreiben möchtest und wie groß deine Bilder im Durchschnitt sind. Auch sollte die Frage RAW oder JPEG geklärt sein. Der Rest ist einfache Division.

Karten für die Videoaufnahme

Für das Filmen sind keine speziellen SD-Karten erforderlich. Doch hier solltest du schauen, dass sie schnell genug sind, um das Video direkt zu schreiben. Für Full-HD Videos sollte es mindestens Class 10 sein. Eine eher kleine 4K Aufnahme braucht mindestens UHS-III, also 30 mb/s. Pro Minute kann man mit 500-800 MB Filmmaterial rechnen. Wer ein wenig länger filmen möchte sollte mindestens zu 32 GB greifen. Einige Kamera setzen für die Aufnahme von 4k Videos eine Speicherkarte von mindestens 64 GB voraus. Auch hier hilft dir das Handbuch oder Google.

SD-Karten mit W-LAN

Viele neue Kameras haben ein W-LAN Modul. Das ermöglicht kabellose Steuern der Kamera sowie das Betrachten von Bildern auf einem mobilen Endgerät. Falls du wie ich ohne W-LAN in der Kamera leben musst, es grundsätzlich möglich (ich rede nur vom W-LAN in der Kamera). Es gibt auch die Möglichkeit, SD-Karten mit integriertem W-LAN Modul zu kaufen. Beim Kauf meiner letzten Kamera hat Amazon mir eine solche Karte geschenkt. Die Karte ist aus dem Hause Eye-Fi. Das Prinzip ist toll, doch die App hat selbst die alten Versionen von Nikons Snapbridge unterboten. War nicht besonders stabil und schon gar nicht benutzerfreundlich. Möchtest du eine solche Karte nutzen, solltest du vorher mindestens einen Testbericht lesen. Auch muss geschaut werden, ob diese von der Kamera unterstützt wird.

Speicherkarten gibt es in vielen Farben und Ausführungen

Speicherkarten gibt es in vielen Farben und Ausführungen

Das Kartenlesgerät

Nach der Aufnahme ist vor dem Import. Man kann Bilder grundsätzlich aus der Kamera heraus importieren, auch kann man mit einem Sportflugzeug von Europa nach Amerika fliegen. Das dauert lange und ist nicht die beste Wahl. Ein Kartenlesegerät ist auf das Importieren spezialisiert und macht dementsprechend gute Arbeit. Der Geschwindigkeitsschub ist im Vergleich zum Import mit der Kamera deutlich spürbar. Für alle, die Geschwindigkeit mögen oder nicht gerne auf Computer warten, ist das eine gute Wahl.

Dieser Kingston Kartenleser* leistet gute und vor allem schnelle Dienste.

Fazit

Heutzutage ist es fast egal, welche Speicherkarte man nutzt. Das kleine Wörtchen „fast“ habe ich in diesem Artikel erläutert. Ich hoffe, dass ich dich nicht verwirrt habe. Mit diesem Wissen bist du schon in der Lage, einige Technikexperten beim Technikdiscounter zu beraten.

Die SD-Karte*, die ich nutze.

 

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