Einen Sonnenuntergang fotografieren

Die Natur hat einige Schönheiten zu bieten. Eine dieser Schönheiten ist definitiv der Sonnenuntergang. Eigentlich handelt es sich beim Sonnenuntergang auch nur um physikalische Abläufe. Wie du diese Abläufe in ein schönes Bild verwandeln kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist der Sonnenuntergang genau

Als Sonnenuntergang bezeichnet man den Zeitpunkt, an dem die Sonne hinter dem Horizont verschwindet. Die Zeit, um die der Sonnenuntergang stattfindet, ist genau dieser Moment. Ich schreibe hier zwar nur vom Sonnenuntergang, doch für den Sonnenaufgang gilt das Gleiche. Du musst lediglich manchmal vor/nach zu nach/vor machen. Etwas Transferleistung. Grundsätzlich kann man sagen, dass beide Ereignisse wunderschön sind und jedes eine besondere Stimmung hat.

Der Sonnenuntergang über London

Der Sonnenuntergang über London

Sei rechtzeitig Vorort

Am besten findet man sich ungefähr eine Stunde vor Sonnenuntergang an der gewünschten Location ein. So hast du noch genügend Zeit, um deinen Standpunkt zu finden, die Kamera grob einzustellen und einige Probeaufnahmen anzufertigen.

Benutze ein Tele

Natürlich kannst du den Sonnenuntergang so in dein Bild integrieren, wie du es möchtest. Da ist das Objektiv meist schon fix gesetzt. Doch es kann sich sehr lohnen, die Sonne mit einem Teleobjektiv zu fotografieren. Durch das Teleobjektiv wird sie sehr groß abgebildet. Du solltest nur aufpassen, dass die Sonne nicht zu hell ist und eventuell Schäden im Auge anrichtet. Mit dem Live-View ist das Problem auch gelöst. Auch ist die Sonne zum Sonnenuntergang nicht mehr so stark, denn die Lichtwellen haben einen längeren Weg durch die Atmosphäre und werden weicher und wärmer. Wenn du dazu mehr wissen möchtest, kann ich dir den Artikel über die goldene Stunde empfehlen.

Umso größer die Brennweite des Objektives ist, umso größer erscheint die Sonne

Umso größer die Brennweite des Objektives ist, desto größer erscheint die Sonne

Achte auf das Wetter

Beim Sonnenaufgang ist es wichtig, dass du die Sonne sehen kannst. Wenn sich Wolken im Weg befinden, kann dies schwierig werden. Allerdings kann es sein, dass du dramatische Wolken fotografieren möchtest. Dann brauchst du die richtige Mischung aus Wolken und Wolkenlücken. Auch solltest du auf Dunst und Sichtweiten achten, denn auch sie können den Blick zur Sonne einschränken. Diese Informationen findest du auf sogenannten Wettermodellkarten. Meistens ist es auch sinnvoll, die Richtung des Sonnenuntergangs zu bestimmen. Dafür gibt es eine Vielzahl an Apps und Webseiten, ich nutze SunCalc.net recht häufig. Wenn die Wolken aus der entgegengesetzten Richtung des Sonnenuntergangs kommen, können sie eventuell vernachlässigt werden.

Die Zeiten vor und nach dem Sonnenuntergang nutzen

Meistens ist nicht nur der Sonnenuntergang ein lohnenswertes Motiv, sondern auch die Zeiten davor und danach. Vor dem Sonnenuntergang ist die goldene Stunde. Nach dem Sonnenuntergang kannst du noch die blaue Stunde nutzen. Diese beiden kennen viele.

Doch ich habe noch etwas Spezielleres. Wenn du relativ hohe Wolken hast und der Himmel in Richtung Sonnenuntergang wolkenlos ist, kann es sein, dass diese Wolken noch einmal angestrahlt werden. Je nach Jahreszeit ist dies ungefähr eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang. Als ich dieses Spektakel zum ersten Mal gesehen habe, konnte ich dies nicht richtig zuordnen. Zeitgleich habe ich auch das Buch „Fotografieren mit Wind und Wetter“ gelesen. Einige Seiten später hatte ich dann Klarheit. Nur weil die Sonne an der Erdoberfläche nicht mehr zu sehen ist, heißt es nicht, dass es einige Kilometer höher auch so ist. Dort ist der Sonnenuntergang quasi etwas später. Wer schon einmal einen Flug am Abend hatte, kennt es eventuell. In einigen Kilometern Höhe sieht man die Sonne noch, doch am Boden ist es eventuell schon deutlich länger dunkel. Der Horizont verschiebt sich durch die zunehmende Höhe. So ist das bei den hohen Wolken auch. Spannende Sache. Wenn du einmal die Chance hast, dann mach auf jeden Fall ein Foto von diesem Ereignis.

Hier wurden die hohen Wolken nach dem eigentlichen Sonnenuntergang noch einmal angestrahlt

Hier wurden die hohen Wolken nach dem Untergang der Sonne noch einmal angestrahlt

Achte auf die Farben

Der Sonnenuntergang ist eine ziemlich bunte und stimmungsvolle Angelegenheit. Je nach Einstellung des Weißabgleiches kommt diese Stimmung nicht immer wie gewünscht rüber. Hier musst du eventuell mehrere Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen machen. Ähnlich ist es bei der Belichtung. Hier muss der korrekte Wert nicht immer der schönst sein. Eventuell bietet sich auch eine leichte Unterbelichtung an. Die Tiefen sollten nicht unbedingt absaufen, doch ein dunkleres Bild bringt die Stimmung eventuell besser rüber.

So sieht der Sonnenuntergang übrigens auf dem Mars aus (Raumsonde Spirit), Credits: NASA/JPL/Texas A&M/Cornell

So sieht der Sonnenuntergang übrigens auf dem Mars aus (Raumsonde Spirit), Credits: NASA/JPL/Texas A&M/Cornell

Mache viele Bilder

Wir sind im digitalen Zeitalter. Es gibt nichts Leichteres als (zum Teil auch ungewollt) Bilder zu löschen. Es kostet nicht wirklich mehr Geld. Die Situation ändert sich während des Sonnenuntergangs schnell und das permanent. Mit mehr Bildern steigt auch die Chance auf das Bild, welches den Untergang sehr gut zeigt.

Fazit

Egal ob Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang. Diese Zeitpunkte sind sehr lohnenswert. Auch wenn es manchmal mit Mühen und Müdigkeit verbunden ist, diese Zeiten sind zum Fotografieren sehr spannend. Ich hoffe, dass du vielleicht das eine oder andere aus diesem Artikel mitnehmen konntest.

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