In schwarz-weiß fotografieren

Dieser Artikel wird wieder ein Gründe/Tipps-Artikel. Ich möchte dir erklären, warum es sich lohnen kann, mal auf Farben zu verzichten und worauf du beim Fotografieren in schwarz-weiß achten solltest.

Was heißt schwarz-weiß

Häufig sprechen wir von einer Aufnahme in schwarz-weiß, doch meistens meinen wir etwas anders. Wir meinen ein Graustufenbild. Ein Bild in schwarz-weiß wäre nicht besonders ansehnlich. Hier gäbe es nämlich nur schwarz und weiß. Ein Graustufenbild hat 256 Helligkeitsstufen. Dieser Unterschied ist wichtig, doch aus Gründen der Einfachheit belasse ich es hier im Artikel auch bei schwarz-weiß.

Durch die Abwesenheit der Farben wird der Blick nur auf die Formen und Texturen gelegt

Durch die Abwesenheit der Farben wird der Blick nur auf die Formen und Texturen gelegt

Konvertierung in der Nachbearbeitung

Jede Kamera kann Bilder in schwarz-weiß aufnehmen. Doch meistens hat man nur sehr geringe Einstellungsmöglichkeiten und jedes noch so einfache Bildbearbeitungsprogramm lässt feinere und genauere Einstellungen zu. Deshalb solltest du das Bild in Farbe aufnehmen und am Computer umwandeln. Bist du im RAW-Format unterwegs, kannst du auch in der Kamera schwarz-weiß einstellen. Dir wird ein Vorschaubild in schwarz-weiß angezeigt, doch die Kamera speichert ein Bild in Farbe. So hast du in der Nachbearbeitung wieder alle Möglichkeiten und kannst trotzdem ein Vorschaubild beim Fotografieren nutzen. Im JPEG-Format werden die Farbinformationen gelöscht und du hast nur das Bild in schwarz-weiß. 

Es lenken keine Farben ab

Manchmal hat man eine ansprechende Komposition gefunden, doch ein Bildbereich ist einfach fehl am Platz. Er lenkt den Blick des Betrachters in eine Richtung, die nicht beabsichtigt ist. Wenn dieser Bildbereich seine Aufmerksamkeit durch eine auffällige Farbe bekommt, ist die Umwandlung in schwarz-weiß eine mögliche Lösung.

In Farbe wirkte diese Aufnahme nicht wirklich, erst durch die Umwandlung wurde sie interessant

In Farbe wirkte diese Aufnahme nicht wirklich, erst durch die Umwandlung wurde sie interessant

Die Aufmerksamkeit liegt nur bei Texturen und Formen

Ähnlich wie oben schon angeschnitten, lenken keine Farben ab. Einige Motive profitieren dadurch, dass man nur ihre Form und die Texturen sieht. Farben können manchmal ablenken und die gesamte Situation stören. Auch ist dieser Look ohne Farben ziemlich interessant. Deshalb bieten sich für das Fotografieren in schwarz-weiß fast nur Motive an, die eine interessante Form oder Textur haben.

Wenn der Weißabgleich nicht stimmt

Gerade in Mischlichtsituationen ist manchmal ziemlich schwierig, einen passenden Weißabgleich zu finden. Hier stellt das Fotografieren in schwarz-weiß eventuell eine Option dar.

Je nach Motiv lassen sich Bilder wie in der Vergangenheit erzeugen

Je nach Motiv lassen sich Bilder wie in der Vergangenheit erzeugen

Weiterentwicklung als Fotograf

Wenn man in schwarz-weiß fotografiert, entwickelt man sich als Fotograf weiter. Das Fotografieren in schwarz-weiß ist nämlich deutlich anspruchsvoller als in Farbe. Auch kann es sich um eine Sache handeln, die man selbst eher selten macht und beim bewussten Andersmachen oder beim Ausbrechen aus gewohnten Mustern erweitert man seinen Kompetenzrahmen immer. Auch kann es eine interessante Idee sein, über einen bestimmten Zeitraum nur in schwarz-weiß zu fotografieren. Vielleicht auch in Rahmen eines Projektes.

Fazit

Ich mache ziemlich selten Bilder in schwarz-weiß. Die bunte Welt gefällt mir persönlich besser und Sonnenuntergänge in schwarz-weiß wirken nicht. Allerdings sollte ich vielleicht trotzdem mal mehr Bilder in schwarz-weiß machen. Wie ist es bei dir? Machst du viele Bilder in schwarz-weiß?

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