Worauf du beim Erstellen von Makroaufnahmen achten solltest

In diesem Artikel möchte ich dir einige Punkte nennen, die du beim Erstellen von Makroaufnahmen beachten solltest. Dieser Artikel schließt am Artikel „Fotografieren im Frühling“ an.

Was ist Makrofotografie überhaupt?

Makro stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie groß, weit oder lang. In der Makrofotografie beschäftigt man sich damit, ein Motiv möglichst groß abzubilden. Das Motiv soll nicht möglichst groß wirken, sondern wirklich groß abgebildet werden.

In der Makrofotografie lässt sich gewöhnliches spannend darstellen, hier die Striche eines Kugelschreibers und eine gedruckte Linie

Der Abbildungsmaßstab

Eng mit der Definition der Makrofotografie ist der Begriff Abbildungsmaßstab verknüpft. Als Abbildungsmaßstab bezeichnet man das Verhältnis zwischen der tatsächlichen Größe des Motives und der Größe des Motives auf dem Sensor. Ist das Motiv auf dem Sensor genauso groß wie es in Wirklichkeit, dann hat man einen Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht.

Nach DIN 19040 zählt alles, was einen Abbildungsmaßstab zwischen 1:10 und 10:1 als Nah- oder Makroaufnahme.

Das bringt uns in der Praxis natürlich herzlich wenig.

Wenn die Zahl hinter dem Doppelpunkt größer ist als die vor dem Doppelpunkt, dann ist das Motiv in der Wirklichkeit kleiner als auf dem Bildsensor.

Ist die Zahl vor dem Doppelpunkt größer als die hinter dem Doppelpunkt, dann ist das Motiv auf dem Sensor größer als es in Wirklichkeit ist.

In der Makrofotografie hat man häufig das Ziel, den größtmöglichen Abbildungsmaßstab zu erreichen und das Motiv somit so groß wie möglich abzubilden. Der maximale Abbildungsmaßstab wird durch das Objektiv und den Sensor vorgegeben.

Die Mindestfokusdistanz des Objektives

Jedes Objektiv hat einen Bereich, in dem es fokussieren kann. Für die Makrofotografie ist nun die sogenannte Mindestfokusdistanz relevant. Sie gibt an, wie nah ein Motiv am Sensor sein kann und es noch scharf abgebildet werden kann.

Diese Angabe findest du meist an der Seite deines Objektives. Wichtig ist, dass die Distanz zwischen Motiv und Sensor ist. Wo der Sensor bei deiner Kamera ist, erfährst du durch ein spezielles Zeichen.

Dieses Symbol steht nicht für Phi (magnetischer Fluss), sondern für die Position des Sensors

Je geringer die Mindestfokusdistanz ist, desto näher kannst du mit deinem Objektiv an das Motiv herangehen. Für die Makrofotografie ist dieser Wert also von großer Bedeutung.

Dieses Objektiv kann auf Motive fokussieren, die mehr als 35 cm vom Sensor entfernt sind

Makroobjektive

Makroobjektive sind häufig Festbrennweiten, die sich durch eine geringe Mindestfokusdistanz, eine große Offenblende und einen großen Abbildungsmaßstab auszeichnen. Da es sich um Festbrennweiten handelt, ist die Bildqualität häufig sehr gut.

Wer sich intensiver mit der Makrofotografie beschäftigen möchte, kann über den Kauf oder das Ausleihen eines solchen Objektives nachdenken. Es lässt sich natürlich nicht nur für Makroaufnahmen verwenden, sondern auch für andere Bereiche, wie zum Beispiel der Porträtfotografie.

Retroadapter

Mittels eines Retroadapters kann man mit nahezu jedem Objektiv einen größeren Abbildungsmaßstab erreichen. In der Retrostellung wird das Objektiv andersherum verwendet. Die Frontlinse liegt am Bajonett der Kamera an und die Objektivrückseite bildet die neue „Frontlinse“.

Wer sich in der Makrofotografie versuchen möchte, der findet hier eine günstige Lösung, die allerdings eine Vielzahl an neuen Problemen aufwirft.

Es war zwar mehr Freelensen, doch der Effekt ist ziemlich stark

Bei manuellen Objektiven mag das Ganze funktionieren, doch bei neuen und elektronischen Objektiven sind spezielle Adapter notwendig. Viele neue Objektive erlauben die Steuerung der Blende und des Fokus nur über ein elektronisches Signal. Da kann man solange am Fokusring drehen, wie man möchte, es ändert sich nichts. Auch meine STM-Objektive fallen in diese Kategorie.

Auch liegt die Rückseite des Objektives frei. Wie du dir denken kannst, ist diese nicht für diese Funktion ausgelegt und es ergeben sich somit eine Vielzahl an neuen Risiken.

Die Wahl der Blende

Wie immer ist die Blende der wichtigste Parameter. Da wir es in der Makrofotografie mit extremen physikalischen Gegebenheiten zu tun haben, ist auch die Schärfentiefe häufig geringer als gewohnt. Deshalb sind häufig kleinere Blendenöffnungen notwendig, was eine Anpassung der Verschlusszeit oder des ISO-Wertes nach sich ziehen kann.

Des Weiteren ist das Fokussieren mit großen Blendenöffnungen etwas komplizierter als mit kleineren. Das Fokussieren bei der Makrofotografie ist sowieso ein Thema für sich.

Die Verwendung eines Statives

Wie du schon gemerkt hast, ist das Fokussieren schwieriger als sonst und wenn du jetzt noch eine spannende Bastellösung aus Retro- und Adapterringen hast, ist ein Stativ quasi Pflicht.

Ein solides Stativ macht das Leben in vielen Situationen einfacher

Einstellschlitten

Mit einen Einstellschlitten kannst du deine Kamera auf dem Stativ nach vorne und hinten verschieben, ohne gleich das ganze Stativ verschieben zu müssen. Ich selbst besitze ein solches Bauteil nicht, doch in der Makrofotografie ist es ziemlich nützlich.

Fluchtdistanz und Schatten beachten

Tiere sind ein gern genommenes Motiv in der Makrofotografie. Eigentlich selbstverständlich, doch ab einer gewissen Distanz fühlen sich die Tiere bedroht und flüchten. Das ist weder für dich, noch für das Tier schön. Hier bedarf es Fingerspitzengefühl und eventuell etwas Recherche.

Auch solltest du darauf achten, dass du den Schatten deines Equipments nicht ungewollt auf deinem Bild hast.

Makrofotografie bei Wind

Makrofotografie bei Wind kann man vergessen. Der Fokus ist gesetzt und mit der nächsten Böe ist das Motiv wieder in Bewegung. Macht wirklich keinen Spaß.

Geduld

Beim Fotografieren von Tieren braucht man häufig eine ziemlich große Ausdauer. Hast du nicht nach zwei Minuten die erste Hummel auf deiner Blüte, solltest du nicht verzweifeln. Es kann ziemlich ernüchternd sein, darauf zu warten, dass Tiere etwas tun, ohne selbst Einfluss darauf zu haben. Das ist übrigens ein Grund dafür, dass ich höchst selten Makroaufnehmen/Tieraufhnahmen anfertige.

Fazit

Was eine kleine Einleitung werden sollte, ist nun doch etwas tiefgründiger geworden und reicht nun auch für fortgeschrittenere Aufnahmen. Ich hoffe, dass du einige Punkte mitnehmen konntest. Falls noch Fragen offen sind oder ein Haufen neuer aufgetreten sind, beantworte ich diese gerne im Kommentarbereich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.