Solltest du deine Bilder in einer Cloud speichern?

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag über die Möglichkeiten zur Sicherung von Bildern verfasst. Dabei habe ich die Möglichkeit der Cloud auch in einen Abschnitt erwähnt.

Zu einer groben Einordnung mag das reichen, doch um wirklich beurteilen zu können, ob die Cloud dabei eine gute Alternative zu lokalen Sicherungen ist, waren die Informationen doch etwas zu dürftig.

Westminster Palace mit Wolken, die über den Himmel ziehen
Wolken über London

Deshalb versteht sich dieser Artikel als weiterführender Artikel, mit dem du ausführlicher beurteilen kannst, ob die Cloud für dich und deine Bilder einen Mehrwert bietet oder nicht.

Dabei ist dieser Artikel bewusst ergebnisoffen formuliert. Ich könnte dich zwar von einer der beiden Seiten überzeugen, doch ich weiß nicht, was du machst und wie deine Anforderungen sind. Aus diesen Gründen werde ich einige relevante Punkte nennen und Einordnen. Am Ende kannst du dann entscheiden, ob sich ein Umstieg für dich lohnt oder nicht.

Mögliche Vorteile

Geringere Kosten möglich

Für 1030 Gb Speicher bei Microsoft zahle ich (eigentlich jemand anders) knapp 70€ im Jahr. Eine externe Festplatte mit einer ähnlichen Größe kostet ungefähr 45€. Auf dem ersten Blick ist die Festplatte günstiger.

Allerdings reicht eine Festplatte nicht aus. Mit aktuell drei Festplatten fühle ich mich sicher und kann eine Festplatte an einem anderen Ort aufbewahren.

Damit sich die Cloud in meinem Beispiel rechnet, müsste ich die Festplatten nach ungefähr zwei Jahren ersetzen. Das mache ich aber nicht. Je nach Wichtigkeit der Daten bleibt eine Festplatte drei bis sechs Jahre im Einsatz.

Solltest du mehr Festplatten benutzen oder mit größeren Datenmengen arbeiten, kann deine Rechnung aber auch zu Gunsten der Cloud ausgehen.

Zugriff von vielen Orten möglich

Hat man einen unzensierten Internetzugang mit ausreichender Bandbreite, kannst du von jedem Ort dieser Welt auf deine Bilder zugreifen. Dass die Bandbreite ausreichend sein muss, dürfte einleuchtend sein. Unzensiert ist dagegen schon etwas verwunderlich.

So lässt sich zum Beispiel OneDrive in China nicht aufrufen. Die Bewertung der Firewall überlasse ich dir, denn meine Webseite lässt sich in China noch aufrufen und das soll auch so bleiben. Persönlich würde ich das Land ohne mehrere VPN-Clients aber nicht besuchen.

Von diesen technischen Beschränkungen abgesehen, bist du mit einer Cloud sehr flexibel. Mal eben ein Bild auf dem Smartphone zu öffnen ist mit der Cloud kein Problem. Ebenso einfach kannst du Bilder/Verzeichnis einfach mit anderen teilen.

Geringe Chance eines Datenverlustes

Es gibt wohl nichts Ärgerlicheres als den Verlust von wichtigen Daten. Um sich vor einem solchen Verlust zu schützen, erstellt man mehrere Kopien einer Datei und legt diese auf unterschiedlichen Laufwerken ab.

Damit ein Laufwerk im Falle eines Einbruches oder Feuers noch erhalten bleibt, sollte dieses außerhalb des eigenen Hauses aufbewahrt werden. Das erhöht die Datensicherheit und den Aufwand für ein Back-Up.

Eine externe Festplatte
Eine Festplatte ist ein guter Anfang, doch in der Regel werden weitere folgen

Hier kann nun die Cloud ihre Stärken ausspielen. Dein Anbieter wird deine Dateien auch in mindestens zwei unterschiedlichen Rechenzentren speichern. Sollte nun ein Rechenzentrum ausfallen, kannst du ohne Probleme direkt mit dem nächsten weiterarbeiten.

Darüber hinaus kümmert sich eine Vielzahl an Menschen um den sicheren und reibungslosen Betrieb der Rechenzentren.

Cloudsysteme können dir dabei helfen, deine Bilder wiederzufinden

Bei den großen Cloudanbietern gibt es die Möglichkeit, deine Bilder anhand von Ortstags oder einer Motiverkennenung einfach wiederzufinden. Das geht sogar so weit, dass du bei Google auf deinem Smartphone mit deiner Stimme nach Bildern mit Katzen aus dem letzten Urlaub in Bayern fragen kannst und dann hoffentlich auch adäquate Ergebnisse angezeigt.

Es gibt aber auch datensparsamere Methoden. Bei OneDrive werden mir alle Orte, an denen ich ein Bild gemacht habe, angezeigt und mit einem Klick sehe ich dort aufgenommen Bilder.

Ergebnisse einer Suche in Google Fotos nach Natur und Bayern
Mit den schlauen Algorithmen der Internetgiganten kann man auch seine eigenen Bilder verwalten

Bei mir sind zwar manuell gesetzte Tags in den Dateien das Mittel der Wahl, doch dieser automatisierte Weg kann auch sehr elegant sein.

Mögliche Nachteile

Unbefugter Zugriff auf das Konto muss verhindert werden

Die größte Schwachstelle in den aktuellen IT-Systemen sind die Menschen und deren teils miserable Passwörter. Hier solltest du bei deiner Cloud unbedingt drauf achten.

Empfehlenswert ist auch die Verwendung eines zusätzlichen Sicherheitsmerkmals. Das kann ein Code sein oder auch einfach das Ausstellen einer Erlaubnis in einer App auf dem Smartphone.

Das Ganze findet man in der Regel unter dem Namen „Zweistufige Authentifizierung“. Ich empfehle die Verwendung auch für andere wichtige Zugänge.

Dritte können Zugriff auf Dateien einfordern

Je nach dem in welchem Land dein Anbieter sitzt, kannst du dich über unterschiedliche Datenschutzstandards und Kompetenzen der Ermittlungsbehörden freuen.

In Europa hat man den Datenschutz aus Kundensicht auf einem erfreulich hohen Niveau harmonisieren können. In anderen Staaten sieht die Sache aber durchaus anders aus.

Ob du deine Daten am anderen Ufer des Atlantiks speichern möchtest, musst du selbst entscheiden. Auch in Europa gibt es gute Anbieter.

Auch die Art deiner Fotografie entscheidet über deine Ansprüche im Datenschutz. Als Aktfotograf beantwortest du die Frage vielleicht anders als jemand, der nur bekannte Orte fotografiert.

Wenn eine Sicherheitsbehörde ein Bild aus meiner Cloud haben will, habe ich damit lediglich ein prinzipielles Problem. Das gleiche Bild gibt es auch ohne richterlichen Beschluss auf Instagram.

Du kannst dieses Problem damit umgehen, indem du die Bilder verschlüsselt hochlädst. Das ist zwar umständlich, garantiert dir aber auch einen hohen Datenschutz.

Hier sind wir durchaus an einem kritischen Punkt angelangt. Denn nicht jeder möchte seine Dateien in die Hände anderer geben und gleichzeitig nicht genau wissen, was damit passiert.

Geringe Bandbreiten können deine Arbeit erschweren

Wie schon gesagt, brauchst du eine stabile Verbindung zum Internet. Insbesondere beim ersten Hochladen der Daten sollte der Upload schon vernünftig sein. Mehrere hundert Gigabyte lädt man leider nicht in fünf Minuten hoch.

Eine Reihe Bäume an einem Bergsee
Nicht überall hat man eine ausreichende Bandbreite, um Daten in die Cloud auszulagern

An dieser Stelle solltest du dich fragen, ob deine Infrastruktur und deine Geduld für ein solches Unterfangen ausreichend sind.

Fazit

Ein Wechsel in die Cloud kann Vorteile bringen, muss es aber nicht.

Ich für meinen Teil habe nur einen kleinen Teil meiner Bilder in der Cloud. Für den Rest fehlt es mir an Workflows und außerdem habe ich noch kein allzu gutes Gefühl, alle Bilder auf fremden Servern zu speichern.

Vielleicht siehst du die Sache ja anders.

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