Back-Up für Fotografen

Heute geht es um das vielleicht wichtigste Thema der digitalen Fotografie. Dieses wird von vielen gekonnt ignoriert. Sei es aus Unwissenheit, Angst vor Kosten oder großen Aufwand. Nun möchte ich ein paar Gedanken, zum Thema Back-Up, mit dir teilen.

Die Notwendigkeit

Warum sollte man ein Back-Up machen? Da man sich nur mit einem Back-Up effektiv vor Datenverlust schützen kann. Wir Fotografen verbringen viel Zeit mit dem Fotografieren und nicht selten stecken auch gewisse Kosten hinter den Fotos (Equipment, Fahrten zu Locations, Workshops,…). Allerdings steckt noch mehr hinter unseren Aufnahmen. Momente und Erinnerungen. Ein Verlust wäre höchst ärgerlich. Allerdings lässt sich die Gefahr durch ein Back-Up deutlich verringern.

Eine externe Festplatte ist günstig und extrem einfach in der Handhabung

Eine externe Festplatte ist günstig und extrem einfach in der Handhabung

Gefahren, die deine Bilder bedrohen

Es gibt eine große Anzahl an Bedrohungen für digitale Daten, die relevantesten liste ich hier einmal auf.

  1. Der Ausfall von Festplatten: Mein Liebling. Wenn die interne Festplatte deines Rechners den Geist aufgibt und dies die einzigen Versionen deiner Bilder waren, sind diese verloren.
  2. Einbruch: Wenn eine Festplatte bei einem Einbruch gestohlen wurde, ist nicht nur eine Version deiner Bilder weg, es besteht die Gefahr, dass der Dieb die Bilder unkontrolliert veröffentlicht. Ich wäre davon nicht gerade begeistert, doch die Models von Porträt- und Aktfotografen sind es sicherlich noch viel weniger.
  3. Feuer: Grundsätzlich ist ein Feuer in den eigenen vier Wänden sehr ärgerlich. Auch hier wird deine Festplatte auf die große Hitze oder das Löschwasser empfindlich reagieren.
  4. Das versehentliche Löschen von Daten: „Die Bilder brauche ich nicht mehr.“ „Mist, wo sind denn die Bilder aus xy.“ Auch die Gefahr eines versehentlichen Löschens von Bildern besteht. Direkt nach dem Löschen kann man es mit Wiederherstellungstools versuchen, doch einige Schreibvorgänge später läuft die Chance gen 0.
  5. Ein Virenbefall auf der Festplatte: Auch diese Gefahr ist im digitalen Zeitalter präsent. In diesem Fall hilft ein nicht verseuchtes Back-Up.

Nun sollte ich dir genug Angst gemacht haben. Dies waren nur einige Gefahren. Vielleicht ist dir die Notwendigkeit eines Back-Ups nun etwas klarer.

Mögliche Back-Up Strategien

Doch was kann man nun konkret tun. Eigentlich sind Back-Ups im privaten Bereich relativ einfach. Spielen wir einfach mal einen Workflow durch: Die Bilder werden von der Speicherkarte auf die interne Festplatte deines Rechners importiert. Jetzt kopierst du alle unbearbeiteten Bilder auf mindestens eine externe Festplatte. Nun bearbeitest du die Bilder auf deinem Computer. Wenn du nun einen destruktiven Fehler machst, hast noch die Dateien auf deiner externen Festplatte. Mit dieser bist du auch gegen Schäden am Computer geschützt. Nach der Bearbeitung kommen die Bilder zur Archivierung auf eine Festplatte. Diese Festplatte spiegelst du nun mindestens einmal und lagerst diese außerhalb deines Hauses. Der Ort sollte mindestens 15 kilometern von dir entfernt sein. Umso weiter entfernt, desto besser. Allerdings sollte dieser Ort für dich gut erreichbar sein. Ein Bankschließfach in Französisch-Polynesien ist zwar sehr weit entfernt, doch hier stimmt das Verhältnis zwischen Aufwand und Sicherheit nicht. Mit 15 Kilometern solltest du schon ganz gut fahren. Damit bist schon gegen vielen Gefahren abgesichert (Feuer, Atombombe). Wichtig ist, dass du mindestens zwei Versionen deiner Bilder hast und eine Version außerhalb deines Hauses ist. Auch ist es ratsam, die Festplatten zu verschlüsseln, so kannst du sie vor ungewollten Zugriffen schützen. Wenn du deine Bilder auch auf Reisen sichern möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel.

Ich nutze diese* externe Festplatte.

NAS ist kein alleiniges Back-Up

Unter NAS versteht man: Network attachted Storrage, zu Deutsch: netzgebundener Speicher. Dies ist praktisch ein kleiner Server. In diesen lassen sich mehrere Festplatten einbauen, normalerweise vier. Diese kann man nun verschieden konfigurieren. Die einzelnen Konfigurationen bezeichnet man als Raid-Level. Es gibt die Möglichkeit, alle Festplatten zu einer großen zusammenzufassen, auf jeder Festplatte das gleiche zu haben und noch eine große Anzahl mehr, die für uns jetzt nicht relevant sind. Egal, wie gering die einzelnen Ausfallraten sind, das NAS steht an einem Ort, typischerweise dein Zuhause. Die physischen Bedrohungen Feuer und Einbruch bestehen weiterhin. Auch ist dieses NAS für eine sinnvolle Nutzung immer mit dem Stromnetz verbunden. Gibt es nun eine Überspannung im Netzt (Blitzeinschlag, Fehler in der Technik) bekommt diese den Festplatten überhaupt nicht gut. Ein NAS stellt maximal eine Sicherung da, vergleichbar mit einer Festplatte im Haus.

Hier* findet ihr eine große Auswahl an NAS-Systemen.

SD-Karten sind praktisch doch zur langfristigen Archivierung ungeeignet

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Die Cloud

Bei dieser Möglichkeit musst du dir um Datenverluste keine Sorgen machen. Wenn ein Rechenzentrum ausfällt, gibt es mindestens noch ein weiteres (eher mehr). Auch sind die Daten von unbefugten Zugriffen recht sicher. Die einzige Schwachstelle ist dein Passwort, ist dieses Komplex und wird in regelmäßigen Abständen geändert, bist auch schon auf der sicheren Seite. Manchmal gibt es Meldungen wie, iCloud von Selena Gomez gehackt und private Bilder entwendet. Allerdings ist die Chance, dass sich irgendjemand für deine Bilder interessiert, sehr sehr gering. Also macht sich auch keiner die Mühe, dein Konto zu hacken. Bleibt nur noch die Sache mit der Internetgeschwindigkeit. Der erste Upload kann zwar ein wenig dauern, doch die Bandbreite wird größer und wir können bald noch mehr Anwendungen in der Cloud ausführen. Bis Ende 2018 sollten uns allen mindestens 50 mb/s zur Verfügung stehen. Wenn dir das Prinzip der Cloud zusagt, hast du hier eine tolle und flexible Methode zur Datensicherung.

Fazit

Dass die Datensicherung wichtig ist, hast du oben erfahren. Ideen zu möglichen Sicherungsstrategien hast du nun auch. Ich hoffe, dass ich dich zumindest zum Nachdenken bringen konnte. Wie sieht deine Datensicherung aus? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

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