Datensicherung auf Reisen – mögliche Strategien

Wir Fotografen tun so einiges für unsere Aufnahmen. Nicht selten reisen wir für bestimmte Fotos auch gerne mal mehrere tausend Kilometer. Häufig geben wir für unsere Reisen auch viel Geld aus. Umso ärgerlicher wäre es, wenn unsere Bilddateien durch eine defekte Speicherkarte oder eine defekte Festplatte unwiederbringlich verloren wären. Damit es dir nicht passiert, möchte ich dir hier einige Tipps, die die Chance eines Datenverlustes reduzieren, geben.

Die hier gezeigten Strategien sind mögliche Varianten. Ich denke jedoch, dass man mit den beiden Möglichkeiten einen Großteil aller Reiseszenarien abdecken kann.

Grundsätzliches:

-Auf der Reise solltest du es vermeiden Speicherkarten zu formatieren. Bei einen 5 Tage Trip ist das noch machbar, aber bei einer 6 Monatigen Reise ist dies eher nicht umsetzbar.

-Transportiere Festplatten immer an verschiedenen Orten. Den Laptop hat man sowieso im Handgepäck und eine Festplatte legt man nun in den Koffer. Verliert man nun seinen Koffer oder es passiert etwas mit seinen Handgepäck, hat immerhin noch eine Kopie.

-Wenn die Kamera 2 Speicherkarten-Slots hat, sollte man diese nutzen.

Speicherkarten

Speicherkarten

Diese Speicherkarte* nutze ich meistens.

Die beiden Möglichkeiten der Datensicherung unterscheiden sich hauptsächlich in einer Frage:

Will bzw. kann ich einen Laptop mit auf die Reise nehmen?

Variante 1: Du bist mit einem Laptop unterwegs.

Super, dies ist die komfortablere und die Variante zur Datensicherung, die mehr Möglichkeiten bietet. Mit dieser Variante kannst du auch schon unterwegs anfangen deine Bilder zu bearbeiten. Geht mit Variante 2 prinzipiell auch, ist aber deutlich unpraktischer. So fangen wir an:

Du hast deinen ersten Tag der Reise hinter dir. Jetzt sitzt du im Hotel und möchtest deine Daten des Tages sichern.

  1. Du importierst die Daten auf die interne Festplatte des Laptops. Wenn du Speicherplatz sparen möchtest, könntest du jetzt schon Bilder sichten und einige löschen. Aber ich glaube, heute ist eigentlich nicht mehr notwendig. Möchtest du trotzdem ein bisschen aussortieren, führe dies am besten nach Schritt 2 aus.
  2. Idealerweise hast du jetzt eine noch eine externe Festplatte dabei. Auf dieser sicherst du nun noch einmal deine Daten. Wenn du nur einen kurzen Trip machst oder genügend Speicherkarten dabei hast und diese auch nicht formatierst, kannst diesen Schritt auch weglassen. Ich würde es dir trotzdem empfehlen.
  3. Dieser Punkt ist optional, aber je mehr Kopien man hat, desto höher ist die Sicherheit. Nun sicherst du deine Daten auf einer weiteren externen Festplatte. Sicher ist sicher. So hast du deine Daten jetzt dreimal, da ist die Gefahr eines Hardwareschadens schon sehr, sehr gering. 
  4. Jetzt noch ein weiterführender Gedanke. Cloud kennt jeder von uns, nutzt jeder, wenn häufig auch unbewusst wie zum Beispiel bei Kontakten, Terminen oder Einstellungen auf dem Smartphone. Aber gerade für die Datensicherungen auf Reisen ist dies eine tolle Möglichkeit. Du brauchst nur eine Ressource: Bandbreite und davon nicht zu wenig. Wer im RAW Format fotografiert, produziert ohne Mühen mehrere Gigabyte an Daten. Aber die Vorteile der Cloud liegen klar auf der Hand. Zugriff von (fast) jeden Ort der Welt und eine hohe Sicherheit vor Datenverlusten. In einigen Ländern gibt es auch die entsprechenden Bandbreiten, um alle Daten eines Tages zu sichern. In anderen Ländern (oder auch nur in einigen Teilen Deutschlands…) hat man nur geringe Bandbreiten, gerade im Upload. Dann fällt diese Möglichkeit weg, oder man sichert nur die besten Aufnahmen des Tages. Bestimmt haben einige von euch auch ein eigenes NAS. Dieses lässt auch so konfigurieren, dass man es von außen mit Daten füttern kann. Durch die Sicherung im Internet könnt ihr Überfallen werden, euer komplettes Gepäck kann verloren gehen, eure Daten gehen nicht verloren.
Eine externe Festplatte mit einem Y-Kabel

Eine externe Festplatte mit einem Y-Kabel

 

So, die Datensicherung hast du geschafft. Jetzt kannst du, wenn du willst, deine Zeit es zulässt und dein Laptop performant genug ist, deine Bilder schon bearbeiten. Denke auch hier an die Sicherung der bearbeiteten Aufnahmen oder des Lightroomkataloges.

Variante 2:

Du kannst keinen Laptop mitnehmen oder hast keinen, den du mitnehmen kannst. Auf ein Back Up musst du trotzdem nicht verzichten. Die Hauptrolle in dieser Variante trägt dein Smartphone/Tablet.

  1. Im ersten Schritt importierst du deine Bilder aufs Smartphone (Interner Speicher oder MicroSd Karte). Dies kannst entweder drahtlos machen (WiFi SD Karte, Camranger, WiFi SD Reader oder Kamera mit WiFi) oder mit Hilfe von Kabeln (USB OTG [on the go]).
     
  2. Nun schließt du einen USB-Stick oder eine externe Festplatte an (evtl. mit Y-Kabel und Powerbank). Auf dieser sicherst du deine Daten.
     
  3. Wie oben erwähnt sicherst du am besten noch auf einer weiteren Festplatte.
     
  4. Ein Upload der Bilder in die Cloud ist vom Smartphone/Tablet sehr einfach.
So sieht eine Lösung mit Kabeln aus

So sieht eine Lösung mit Kabeln aus

Auch mit dieser Variante kannst du jetzt Bilder bearbeiten, dies zwar nicht unbedingt die schönste Möglichkeit, aber es ist möglich. Zur mobilen Bildbearbeitung gibt es sogar Lightroom. Eine andere mächtige App, die auch mit RAWS umgehen kann, ist Snapseed von Google. Ein Vorteil des Smartphones ist das einfache Teilen. Instagram, WhatsApp, Facebook usw. sind nur einige Wischgesten entfernt.

Datensicherung mit einem Imagetank

Man könnte dies als eigene Variante nehmen, jedoch ist ein Smartphone empfehlenswert. Ein Imagetank ist eine Festplatte, mit integriertem SD Karten Leser und WiFi-Modul. Die SD Karte wird einfach eingesteckt und nun werden die Bilder auf die Festplatte importiert. Mit Hilfe eines Smartphones kann man nun die Bilder anschauen und auch aufs Smartphone übertragen. Es empfiehlt sich zu überprüfen, ob alle Bilder korrekt importiert worden sind.

Ein Imagetank der Firma Intenso

Ein Imagetank der Firma Intenso

Hier* findet ihr den obigen Imagetank bei Amazon.

Fazit

Egal in welcher Form man mit Daten hantiert, ein Back Up ist sehr wichtig. Nun habe ich dir mögliche Strategien an die Hand gegeben, mit denen du deine Daten auf Reisen sichern kannst. Es gibt keinen Grund mehr dafür, dass du keins macht. Selbst ein nicht vorhandener Laptop ist kein Grund, der ein Back Up verhindert. Habe ich was wichtiges vergessen? Wie machst du dein Back Up auf Reisen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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