Meine Photokina Erfahrung 2018

Vergangene Woche fand die Photokina in Köln statt. In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen. Zur einen oder anderen Kamera werde ich auch ein paar Worte verlieren. Auch werde ich dir noch eine Warnung vor einem großen Transportunternehmen aussprechen.

Köln ist eine ziemlich coole Stadt und immer eine Reise wert

Köln ist eine ziemlich coole Stadt und immer eine Reise wert

Allgemeines

Die Photokina ist die Weltleitmesse im Bereich der Fotografie. Sie ist zwar die wichtigste, aber nicht die einzige. In Tokio findet im zum Beispiel jedes Jahr im Frühjahr die CP+ statt. Allerdings ist die Anreise etwas aufwändiger und meine Englischkenntnisse würden bis zu ihren Grenzen ausgereizt werden. Auf jeden Fall ist die Photokina für mich einfach zu erreichen und eine ziemlich interessante Messe. Es werden nicht nur Neuigkeiten im Bereich der Technik gezeigt, sondern man hat auch die Möglichkeit, eine Menge Gleichgesinnter anzutreffen.

Mein Plan / Organisatorisches

Der Besuch war nicht mein erster Photokina-Besuch und schon gar nicht meine erste Reise nach Köln. Also sollte ich wissen, wie das in etwa funktioniert. Mein Plan war folgender: Am Samstag wollte ich die Messe besuchen. Ich habe mir ein Ticket für den Flixbus gekauft, der Kiel um ca. 22 Uhr am Freitag verlassen sollte. Am Samstag lag die planmäßige Ankunft bei 7:00 Uhr in Leverkusen. Vor zwei Jahren habe ich es auch so getan. Köln (Leverkusen Mitte) wollte ich um 22:20 Uhr wieder verlassen. Vor zwei Jahren hat mich meine Begleitung davon überzeugt, dass eine Nacht im Hotel ganz angenehm sein könnte. War es auch. Angenehmer als dieser Plan.

Wie es wirklich war: Um nach Kiel zu kommen, habe ich einen Regionalzug genommen. Vor Fahrtbeginn habe ich noch einem Gespräch zwischen Lokführer und Zugbegleiter gelauscht. Die haben sich darüber unterhalten, was im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein alles so schief geht und über die Zeiten, in denen sie noch im Fernverkehr tätig waren. Fernverkehr. Klingt nach mehr Schlaf als Flixbus.

Naja, als wir in den Hauptbahnhof von Kiel eingerollt sind, habe ich erfahren, dass mein Bus 3 Stunden und 55 Minuten Verspätung hat. Super. Abfahrt um 2 Uhr und Ankunft um 11 Uhr. Dann ist der Messetag auch schon fast wieder vorbei. Verzweifelter Anruf bei meiner Mutter. Rücksprache mit meinem Vater. Der konnte mich schon einmal vom Bahnhof abholen. Gut wie komme ich jetzt nach Köln? Züge ab Kiel waren mit Aufenthalten von über drei Stunden verbunden. Da mein Vater am Samstag eine Fortbildung besucht hat und diese am Vormittag beginnt, konnte dieser etwas früher losfahren und ich konnte ab Hamburg fahren. Okay, da gab es einen ICE, der Köln um 9:46 Uhr erreichen soll.

Ein ICE im Kieler Hauptbahnhof (Archivbild)

Ein ICE im Kieler Hauptbahnhof (Archivbild)

Das Ticket habe ich gleich am Automaten gekauft. War zwar kein Sparpreis, aber auf dem Ticket stand Köln drauf. Nach drei Stunden war ich wieder zuhause und konnte noch etwas schlafen. Wenige Stunden später begann die Reise nach Harburg.

Dort kam der Zug pünktlich an. Da ich eine Sitzplatzreservierung hatte, musste ich einen bestimmten Wagen finden. Da konnte ich die Meldung „geänderte Wagenreihung“ überhaupt nicht gebrauchen. Mit Hilfe des Bordpersonals habe auch ich meinen Platz gefunden.

Die Fahrt war vor allem eins; ziemlich schnell. Meine letzte ICE Fahrt liegt zehn Jahre zurück. Sonst fahre ich nur Regionalzüge und diese müssen die nervigen Fernverkehrszüge überholen lassen. Heute war das andersrum. Köln erreichen wir mit zehn Minuten Verspätung. Und, how cares? Das ist für mich pünktlich, also im Vergleich zum Fernbus.

Der ICE hat nun eine Menge Sympathiepunkte, und ich bin gespannt, welche Ecken Deutschlands ich noch so mit dem Zug bereisen werde.

Die Rückfahrt war gut und ich konnte einige Stunden schlafen und das im Fernbus. Ich war aber auch so richtig müde und erschöpft.

Moral von der Geschichte: Lass die Finger von Flixbus. Auf anderen Fahrten hatte ich auch schon bis zu einer Stunde Verspätung. Doch so groß war sie nie. Billig ist überhaupt nicht geil.

Technik

Um 10:07 Uhr habe ich die Messe betreten. Ich glaube zwar nur an mich und meine Fähigkeiten, doch dieser Ort kommt dem Paradies ziemlich nahe. Jetzt berichte ich mal etwas von den Neuheiten, die vor oder während der Messe vorgestellt worden sind.

Nikon: Hier konnte ich die Z6 einmal anfassen und ein paar Aufnahmen machen. Das Handgefühl war gut und sie vor allem eins; eine richtige Nikon. Das Layout erinnert stark an die großen Nikons. Auch konnte man die Kamera anfassen, ohne in einer Schlange zu stehen und die ganze Zeit Verkaufsparolen hören zu müssen.

Canon: Oder die Kontroverse des Monats. Hier habe ich die Eos R anfassen können. Die Kamera liegt toll in der Hand, doch sie erscheint mir nicht kleiner als zum Beispiel eine 6d. Naja war wohl nicht das Entwicklungsziel. Die Objektive wirkten auch ziemlich groß. Die Bedienung ist ziemlich umstritten. Sie mag ein Konzept haben, doch sie bedient sich nicht wie eine DSLR von Canon. Die Kamera ist gut, doch verliebt habe ich mich nicht in sie.

Die Hands-On Area für die Canon Eos R

Die Hands-On Area für die Canon Eos R

Dann muss ich noch einmal etwas über die Mitarbeiter sprechen. Man hatte das Gefühl, dass die halbe Belegschaft von Canon dort war, was schon einmal gut ist. Allerdings hatte ich einen eher schlecht informierten Mitarbeiter neben mir. Als Mensch ganz freundlich, doch ob Kameras sein Spezialgebiet sind, bezweifle ich. Ich kam mit einer Eos M5 in den Vorstellungsbereich. Der Mitarbeiter fragte mich, ob er sie sich mal anschauen könne und welches Modell es sei. Auch fragte er mich, wie man den Fokuspunkt wechseln könnte. Der Knopf liegt an derselben Position wie bei der Eos R… Na gut, ich will ja nicht so kleinlich sein. 

Sony: Der Stand war richtig voll. Das lag wahrscheinlich daran, dass Jaworskjy dort einen Vortrag hielt, oder doch an den Kameras? Ich habe dort die Sportler fotografiert und mich sehr gefreut, dass ich die Geschwindigkeit der Eos M5 so gut testen konnte. Die Kameras mögen gut sein, doch ich bin persönlich nicht so angetan vom Sony-System.

Ein Greifvogel am Stand von Sony

Ein Greifvogel am Stand von Sony

Fuji: Einer der für mich interessantesten Stände. Hier habe ich mir die X-T3 und das 10-24 mm angeschaut. Die Kombination macht richtig Spaß. Gerade das Bedienkonzept und das Streben nach Geschwindigkeit gefallen mir richtig gut. Auch waren die Mitarbeiter richtig motiviert und konnten die Technik sofort an Praxisbeispielen veranschaulichen. Ob das der Beginn einer langen Beziehung war? Wenn ich das Geld habe und die Prioritäten entsprechend setze.

Olympus: Jetzt hätte ich fast noch Olympus vergessen. Ob das was sagt? Nein, der Stand war ziemlich cool. Genauer gesagt war es der Playground von Olympus. Dort bin ich mit der E-M5 Mark 2 rumgelaufen. Die Bilder machen einen guten Eindruck, doch die Bedienung liegt mir einfach nicht. Ich hatte schon vor fünf Jahren Probleme mit einer Kompaktkamera aus dem Hause Olympus. So schnell werden wir wohl echt keine Freunde. 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA warum fügt Olympus automatisch ihren Namen in meine Bildbeschriftung

OLYMPUS DIGITAL CAMERA warum fügt Olympus automatisch ihren Namen in meine Bildbeschriftung

Intensives Testen

An jeder Ecke kann man Kameras und Objektive anfassen und zum Teil auch für einige Stunden ausleihen. So kam es unter anderem dazu, dass ich mit meiner Eos 700d und dem Tamron 35mm 1,8 und einer Eos M5 plus EF-M 18-150 mm über die Messe lief. Das Tamron hat eine tolle Freistellung, doch mit 35 mm konnte ich nicht viel anfangen. Die Eos M5 hat richtig Spaß gemacht. Die Bedienung ist noch ziemlich nah an dem, was man von Canon gewohnt ist. Gerade das Dial konnte überzeugen. So bin ich einige Stunden mit der Kamera über die Messe gelaufen.

Zwar schon auf der letzten Photokina vorgestellt, doch für mich immer noch interessant, die Eos M5

Zwar schon auf der letzten Photokina vorgestellt, doch für mich immer noch interessant, die Eos M5

Wenn man sich die Kameras bei Saturn und Co anschaut, kann man sie häufig nicht so intensiv testen. Also ein großer Pluspunkt für die Messe.

Menschen

Es waren aber nicht nur interessante Kameras dort. Da man eine Fachmesse nur besucht, wenn man sich zumindest etwas für das Thema interessiert, war man mit vielen Gleichgesinnten unterwegs. Man teilt dieselben Interessen und zum Teil sogar die gleiche Leidenschaft, das macht die Messe sehr angenehm. Viele Aussteller sind selbst Fotografen und kennen die Sorgen und Nöte der Kunden.

Auch gab es eine Menge Vorträge, denen man lauschen konnte. Einige Englischkenntnisse sind zum Besuchen der Messe empfehlenswert, doch nicht erforderlich.

Mit etwas Zufall oder Vorbereitung konnte man auch noch „die Größeren“ aus der Szene treffen und ein paar Worte mit ihnen wechseln. So habe ich zum Beispiel Stephan Wiesner getroffen und das Buch „Wer will der kann“ vom Autor Calvin Hollywood persönlich signieren lassen. Es ist auch mal ganz spannend, die Leute zusehen, die man sonst nur von Bildschirmen und aus Texten kennt.

Ich habe zwar 25% returning Visitors, doch mich hat keiner erkannt, beziehungsweise gesehen. Irgendwann vielleicht (nein, besser sicherlich). Obwohl einer hat mich doch erkannt. Es war zwar „nur“ der Scanner des Drehkreuzes, doch das ist schon mal mehr als gar keiner.

Fazit

Es war zwar anstrengend und nicht viel lief nach Plan, doch es war ein lohnenswerter Ausflug. Ich hoffe, dass der Artikel etwas interessant war.

Jetzt interessieren mich deine Erfahrungen. Warst du schon einmal auf der Photokina und wie fandst du es dort?

2 thoughts on “Meine Photokina Erfahrung 2018

  • Ich war dieses Jahr auch auf der Photokina und habe auch ein positives Fazit drunter gezogen. Vor allem Olympus und Panasonic waren für mich interessant, speziell Panasonic mit ihrem neuen Vollformat-System. Außerdem viel Kleines, wie der Lightpainting-Stand von Bernhard Rauscher.
    VG Niklas

    • Hallo Niklas,
      Olympus und ich haben eine ganz besondere Beziehung. Die neue Panasonic sah nett aus und die Objektiv-Allianz ist sehr interessant und bietet viel Potenzial.
      Gruß Hendrik

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