Das Zusammenfügen von Panoramen am Computer

Du bist kurz davor, dein fertiges Panorama betrachten zu können. Die einzelnen Bilder müssen nur noch zu einem Bild verrechnet werden (Stitchen). Ich werde es hier mit Lightroom und Photoshop vormachen, doch mit anderen Programmen ist der Ablauf sehr ähnlich. Am Ende des Beitrages werde ich dir noch eine Auswahl an Programmen zum Stitching zeigen.

Vorarbeiten

Wenn du dir nicht sicher bist, wie du die Ausgangsbilder am besten erstellen kannst, empfehle ich dir den Artikel von letzter Woche. Dort habe ich erklärt, wie du die Ausgangsbilder für ein Panorama erstellst.

Die Bilder importierst du wie gewohnt auf deinen Computer. Du kannst sie jetzt schon bearbeiten, doch extreme Bearbeitungen solltest du erst nach dem Stitching machen. Solltest du den Drang haben, die Bilder vor dem Stitching bearbeiten zu wollen, ist es wichtig, alle Bilder gleich zu bearbeiten. Ich würde auf jedem Fall die Objektivkorrekturen aktivieren und chromatische Aberrationen entfernen lassen.

Nun markierst du die Bilder eines Panoramas so, dass du sie schnell wiederfindest. In Lightroom kannst du die Bilder einfach mit Farben markieren. Das geht mit den Tasten 6-9 auf deiner Tastatur.

Die Auswahl der Ausgangsbilder für das Panorama

Die Auswahl der Ausgangsbilder für das Panorama

HDR Panoramen

Du kannst auch ein Panorama aus einzelnen HDR Bildern erstellen lassen. So kannst du auch bei extremen Kontrasten eine „gute“ Belichtung erhalten. Zum Thema HDR habe ich hier einen Artikel verfasst. Beim Verrechnen der Bilder solltest du unbedingt auf die Reihenfolge der einzelnen Schritte achten.

Es ist weniger fehleranfällig, wenn du zuerst die HDR Bilder erstellst und dann aus den einzelnen HDR Bildern das Panorama erstellen lässt. Beim Erstellen der HDRs kann es auch passieren, dass die Bilder nicht alle den gleichen Bildausschnitt haben. Auch wenn du sorgfältig auf einem Stativ gearbeitet hast. Allerdings sind diese Abweichungen geringer als die, die es bei Panoramen gibt.

Das Stitching in Lightroom

In Lightroom wählst du die Bilder des Panoramas aus und machst einen Rechtsklick und folgst dann dem folgenden Pfad: Zusammen fügen von Fotos -> Panorama… Alternativ kannst du auch Strg+M drücken. Je nach Anzahl der Bilder, Auflösung der Kamera und Rechenstärke deines Computers dauert es jetzt einige Zeit. Dann bekommst du eine erste Vorschau. Dort hast du jetzt eine Vielzahl an Optionen. Klären wir zuerst die verschiedenen Projektionen.

Die erste Vorschau des Panoramas in Lightroom

Die erste Vorschau des Panoramas in Lightroom

Die Art der Projektion beschreibt, wie das Panorama abgebildet wird.

Kugelförmig: Hier stehst du quasi im Inneren einer Kugel und das Panorama wird um dich herum auf der Innenseite der Kugel abgebildet. Diese Projektionsart ist besonders bei breiten oder mehrzeiligen Panoramen sinnvoll.

Zylindrisch: Hier stehst du auf der Innenseite eines Zylinders und das Panorama wird hier auf der Innenseite des Zylinders abgebildet. Hier bleiben die vertikalen Linien relativ gerade. Diese Projektionsart macht meist bei sehr breiten, einzeiligen Panoramen Sinn.

Perspektivisch: Hier wird das Panorama auf eine flache Oberfläche projiziert. Hier bleiben die geraden Linien gerade. Am Rand kann es zu starken Verzerrungen kommen, weshalb diese Projektionsart für sehr breite Panoramen eher ungeeignet ist. In der Architekturfotografie ist diese Projektionsart sehr verbreitet.

Dann hast du noch die Möglichkeit, das Panorama automatisch freistellen zu lassen. Hier schneidet Lightroom automatisch die Bildbereich weg, die es nicht mit Bildmaterial füllen konnte (der weiße Bereich).

Des Weiteren gibt es noch einen Regler, der den Namen „Randverkrümmung“ trägt. Mit diesem Regler kannst du Einstellen, wie stark Lightroom das Bild an den Rändern und in den Ecken strecken und ziehen darf. Dadurch kannst du eventuelle weiße Bildbereiche mit Bildmaterial füllen. Sonst werden diese Bereiche nur gelöscht.

Die etwas angepasste Vorschau des Panoramas in Lightroom

Die etwas angepasste Vorschau des Panoramas in Lightroom

Aus den einzelnen Reglern und Projektionsarten kann fasst eine eigene Wissenschaft machen. Allerdings beschäftigt sich die Mathematik mit diesen Problemen und Thematiken. In der Praxis ist Try & Error wieder eine hochgradig geeignete Methode, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Und im Laufe der Zeit kommt auch noch Erfahrung hinzu.

Am Ende musst du natürlich noch auf Zusammenfügen klicken. Auch hier ist das Ergebnisbild eine DNG-Datei.

Photoshop

In Photoshop ist das Spiel ziemlich ähnlich. Den Befehl zum Erstellen von Panoramen bekommst du über folgenden Pfad: Datei-> Automatisieren -> Photomerge. Anschließend kannst du die Bilder öffnen. In Photoshop musst dich auch nicht mit den Projektionsarten rumschlagen, hier gibt es die Schaltfläche Auto. Des Weiteren hast du hier noch eine inhaltsbasierte Füllung. Hier berechnet Photoshop, wie man die leeren Bildbereich am besten Füllen kann. In vielen Fällen funktioniert das gut. Es kann aber auch mal ziemlich interessante Ergebnisse geben.

Der Befehl zum Erstellen eines Panoramas in Photoshop

Der Befehl zum Erstellen eines Panoramas in Photoshop

Dann macht Photoshop viele Sachen allein. Am Ende des Vorganges hast du ein fertiges Panorama.

Das errechnete Panorama in Photoshop

Das errechnete Panorama in Photoshop

Weitere Programme

Ich habe hier Lightroom und Photoshop verwendet, da sie eine weite Verbreitung haben und nur noch in Kombination erhältlich sind. Für die Benutzung dieser Programme wird eine Nutzungsgebühr fällig. Dass dies nun über ein Abo-Modell erfolgt, stößt einigen Personen „etwas“ negativ auf. Ich finde das Prinzip besser, aber die Kontroverse packe ich in einen anderen Artikel.

An dieser Stelle nenne ich dir noch einige kostenfreie Programme und ein Programm, welches mit Lizenzkosten verbunden ist.

Kostenfrei:

Microsoft Image Composite Editor (Microsoft ICE): Dieses Programm habe ich vor Lightroom CC zum Erstellen meiner Panoramen benutzt. Die Benutzung empfand ich als einfach und der Funktionsumfang ist ziemlich gut. Wer Windows nutzt und kein Problem mit einer englischen Benutzeroberfläche hat, sollte sich dieses Programm einmal genauer anschauen.

AutoStich: Dieses Programm stammt von der University of British Columbia (Kanada) und ist für Privatanwender kostenfrei. Die Benutzung ist simpel. Man wählt die Bilder aus und etwas später erhält man das Panorama. Man lobt die Zuverlässigkeit des Programmes. Viele Panoramen sollen in ziemlich guter Qualität aus dem Programm herauskommen.

Hugin: Diese Software lässt sich unter Windows, MACos und Linux ausführen. Die Funktionen sind umfangreich und es gibt eine grafische Benutzeroberfläche. Sehr gut soll das Programm mit Verzerrungen umgehen können.

Kostenflichtig:

PTGui: Dieses Programm ist für viele das Non plus ultra. Die Bedienung erfordert einiges an Wissen und Einarbeitung, doch die Möglichkeiten sind sehr umfangreich. Von Gigapixel Panoramen bis hin zu Little Planets ist mit dieser Software einiges möglich. Wer die Möglichkeiten einmal ausprobieren möchte, kann sich die Demoversion anschauen.

Fazit

Panoramen sind eine faszinierende Sache und das Stitching ist ziemlich mathe- und informatiklastig. Doch auch ohne Kenntnisse in diesen Bereichen kann man spannende Ergebnisse erzielen. Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel etwas weiterhelfen konnte.

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