Lowepro Flipside 400 AW Test

In diesem Artikel möchte ich dir meine Erfahrungen mit dem Lowepro Flipside 400 AW teilen. Ich benutze diesen Rucksack schon seit fast 3 Jahen, dabei hat er mich schon auf einigen Fototouren begleitet. Ich denke, dass ich nun ein umfassendes Bild des Flipside 400 Aw* habe.

Der Flipside 400 AW ist ein Fotorucksack, für Fotografen, die gerne mehr Equipment dabei haben

Der Flipside 400 AW ist ein Fotorucksack, für Fotografen, die gerne mehr Equipment dabei haben

Die Verarbeitung

Der Rucksack ist nicht mein erstes Produkt aus dem Hause Lowepro. Und das hat auch einen Grund. Die Funktionalität sowie die Verarbeitung sind auf einen sehr gutem Niveau. Alle Nähte und Reißverschlüsse sind noch in einem einwandfreien Zustand. Der Reißverschluss, auf der Rückseite macht einen widerstandsfähigen Eindruck, sodass man die Rückseite auch durch ziehen an der Lasche öffnen kann, sollte es mal schnell gehen müssen. Einzig die Gummis am Brustgurt sind gerissen. Diese habe ich vielleicht alle 2 Monate einmal benutzt, jetzt nutze ich sie überhaupt nicht mehr. Also kein großer Verlust.

Das Flipside Konzept

Das Hauptfach des Lowepro Flipside 400 AW lässt sich nur über die Rückseite erreichen. Das hat den Vorteil, dass man einen nahezu 100%igen Schutz vor Kriminellen hat. Langfinger könnten sich zwar durch mehrere Schichten Stoff und Polsterung schneiden, dafür müsste er einen aber schon viele Meter verfolgen und man müsste ein komplettes Nervenversagen haben. An das Kameraequipment kommt so schnell keiner. Man kann also ganz entspannt durch große Menschenansammlungen schlendern, ohne überhaupt auf Gedanken, bezüglich Diebstählen zu kommen. Ok, ich will dich jetzt auch nicht mit Angst von diesem Rucksack überzeugen. Ein weiterer Vorteil des Flipside Konzeptes ist der Zugriff auf das Equipment. Nutzt man den Hüftgurt und dreht man den Rucksack nach vorne, kann man ganz einfach auf das Equipment zugreifen. So muss man den Rucksack nicht auf den Boden legen und man kann Objektive sehr einfach im stehen wechseln. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Rucksack nicht im Dreck oder im Schlamm liegt.

Der AW Schutz

Ein weiterer, großer Vorteil vieler Lowepro Taschen und Rucksäcke ist das All Weather Cover. Auch der Flipside 400 AW bietet ein solches Cover. Es befindet sich unterhalb des Rucksacks, in einer eigenen Lasche. Das Cover ist festgenäht. Die Lasche ist mit einen Klettverschluss verschlossen, ist dieser nicht sauber verschlossen und man fährt regelmäßig mit der Bahn (Regio, 2. Klasse) ist dieser Klettverschluss nicht mehr schwarz, sondern besitzt eine Mischung aus blau und schwarz. Dies ist kein Mangel am Rucksack, es fiel mir lediglich während meiner letzten Bahnfahrt auf. Das AW Cover verspricht einen Umfassenden Schutz auf allen Teilen der Erde und bei nahezu allen Wetterlagen. Wie einige vielleicht wissen, wohne ich im grauen und feuchten Schleswig-Holstein, also sollte ich zur Wasserfestigkeit einiges sagen können. Tatsächlich ist in Schleswig-Holstein kein Wasser in den Rucksack gekommen. Allerdings auf einer Wanderung im Harz, ist tatsächlich Wasser ins Innere des Rucksacks gekommen. Ich hatte zwar keine Pfützen im Rucksack, jedoch befand sich auf der Kamera, auf den Objektiven Wasser, und meine Silicia Packs sind nass geworden. Das ist ärgerlich, aber bei solchen Wetter möchte man auch nicht mehr im Wald wandern. Auch im Sand, mit einigen Wind habe ich ihn getragen. Jeder, der schon bei starken Wind am Strand unterwegs war, weiß, wie schön das ist. Auch hier zeigte der Rucksack keine Schwächen. Trotz des Wetterschutzes kann man noch auf sein Equipment zugreifen, denn das Cover schütz nur vorne und die Seitenteile. Die Rückseite wird nicht durch das Cover geschützt, sodass man einfach auf das darin verstaute Equipment zugreifen kann. Ob man bei strömenden Regen auf sein Equipment zugreifen möchte, sei mal dahingestellt.

Das AW Cover schützt den Rucksack bei jeder Wetterlage

Das AW Cover schützt den Rucksack bei jeder Wetterlage

Die Staumöglichkeiten

Lowepro selbst sagt, dass der Rucksack mit bis zu 2 Kameras und bis zu 6 Objektiven beladen werden könne. Das ist natürlich von der Größe der Objektive abhängig, doch diese Angabe erscheint mir realistisch. Aktuell nutze ich den Lowepro Flipside 400 AW mit einer 700d, einem 18-55 mm, einem 10-18 mm sowie einem Tamron 70-300 mm SP. Es ist zwar nicht so, dass ich die Nadel im Heuhaufen suche, doch ausgelastet ist der Rucksack noch lange nicht. Ein Body sowie 3 Objektive sollten noch ohne Probleme reinpassen. Aufgrund seiner großen Länge von 42,50 cm lassen sich auch lange Teleobjektive im Rucksack transportieren. Allerdings bietet der Rucksack noch mehr Staumöglichkeiten. Auf der Rückseite befindet sich noch eine Tasche, in der sich kleine Tablets, wie zum Beispiel ein iPad mini mitnehmen lassen. Über dieser Tasche befinden sich noch drei kleine Taschen. Diese bieten sich zur Aufbewahrung von Speicherkarten an. Auch auf der Vorderseite befindet sich noch eine Tasche, diese bietet umfangreiche Staumöglichkeiten. Ich nutze sie für Zubehör, wie Filter, Akkus, Speicherkarten oder auch Taschenlampen. Ganz vorne am Rucksack gibt es die Möglichkeit, ein Stativ zu befestigen. Dies geschieht mit Hilfe einer Schlaufe sowie einer Lasche, die in einem kleinen Fach ist, welches mit einem Reißverschluss verschlossen wird. Jedoch sollte man beim Transport eines Statives und der Benutzung des Flipside Konzeptes aufpassen, dass man sich mit dem Stativ keine Schmerzen zufügt. An der Seite befinden sich 2 Netztaschen. Diese eignen sich zum Transport von weiteren Stativen oder von Wasserflaschen (1,5 Liter sind kein Problem). Darüber befinden sich 2 Laschen, die mit Hilfe eines Clips geschlossen werden. Mit diesen Laschen kann man eine Jacke oder Gegenstände, die aus den Netztaschen herausgucken, fixieren.

Das vordere Fach bietet viele Möglichkeiten, Kleinteile zu verstauen

Das vordere Fach bietet viele Möglichkeiten, Kleinteile zu verstauen

Größe und Gewicht

Ohne Equipment wiegt der Rucksack 1,6 Kg. Mit Equipment kann er schnell schwer werden. Dadurch, dass der Rucksack ein großes Volumen hat, kann man viel Equipment mitnehmen. Allerdings sollte man sich immer grob überlegen, was man fotografieren will und welches Equipment man wirklich braucht. Somit sollte das Gewicht, mit ein bisschen Planung und Beherrschung, eigentlich kein Problem darstellen. Wobei der Rucksack schon bei moderater Beladung zu schwer für das Handgepäck sein kann. Die Lufthansa zum Beispiel erlaubt maximal 8 Kg Handgepäck. Hat man mehr Equipment dabei, muss der Rucksack als zusätzliches Gepäckstück aufgegeben werden, was nicht selten 100€ oder mehr kostet. Den Transport im Gepäckraum würde ich dem Rucksack durchaus zutrauen, da er durch seine starke Polsterung mit Stürzen kein Problem haben sollte. Der Rucksack hat ein Außenmaß von 30,30×25,30×46,00 cm und ein Transport im Handgepäck sollte bei den meisten Airlines kein Problem sein. Hat man ein Stativ dabei, sollte man allerdings wissen, wie viel Platz man benötigt. Ich habe zwar noch keinen Menschen mit meinem Stativ Schmerzen zugefügt, doch die Gepäckablage im Zug hat es schon mal erwischt (jetzt hat das Stativ leichte Kosmetikfehler..). Insgesamt ist die Größe aber durchaus in Ordnung.

Mit einem Stativ sollte man, gerade in Städten, umsichtig agieren

Mit einem Stativ sollte man, gerade in Städten, umsichtig agieren

Ein Notebook mitnehmen

Kommen wir nun zu einen großen Nachteil des Flipside 400 AW. Er hat leider kein Notebookfach. Woran das liegt, ist mir nicht klar, vielleicht ist das Flipside Konzept schuld. Am Anfang war dies ein Punkt, der mich nicht im Ansatz gestört hat. Nun stand ich neulich vor der Anschaffung eines Gerätes, welches auch gerne mobil zur Bildbearbeitung eingesetzt werden sollte. Der Rucksack bietet nun keine Möglichkeit, ein Notebook mitzunehmen. Jedoch kann man im Hauptfach, über dem Equipment, noch ein Notebook mitnehmen. Dies funktioniert jedoch nur bis maximal 13 Zoll. Desweiteren liegt das Notebook immer über dem Equipment, was einen das Arbeiten nicht unbedingt erleichtert. Zum reinen Transport stellt dies natürlich keine Schwierigkeit da. Wer Wert darauf legt, sein Notebook auf Fototouren mitzunehmen, sollte eher zu einen anderen Fotorucksack greifen.

Tragekomfort

Natürlich sollte sich ein Rucksack auch angenehm tragen lassen. Auch diesen Punkt erfüllt der Lowepro Flipsiede 400 AW. Ich nehme den Rucksack auch gerne auf längere Touren mit. Selbst mit viel Zuladung lässt er sich angenehm tragen. Möchte man seine Schultern etwas entlasten, kann man den Brust- sowie den Hüftgurt nutzen. Insgesamt lässt er sich sehr angenehm tragen. 

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass der Rucksack eine Empfehlung wert ist. Zielgruppe sind dabei Fotografen, die gerne viel Equipment mitnehmen. Ein Notebookfach oder ein Daypackfach sucht man hier vergebens. Wer dies verschmerzen kann, findet hier einen tollen Rucksack. Auch der Preis ist mit ungefähr 100€ absolut angemessen. Den Rucksack gibt es übrigens auch in etwas größer (Flipside 500 AW*) oder auch in etwas kleiner (Flipside 300* & Flipside 200*).

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