Fotografieren in Schottland

Wie auf der Über-Mich Seite schon erwähnt, werde ich auch mal Reiseblogger spielen. Hier allerdings nur in Verbindung mit der Fotografie. In diesem Artikel möchte ich dir Schottland vorstellen und erklären, warum es für Fotografen ziemlich interessant ist.

Spannende Ansichten gibt es überall in Schottland

Spannende Ansichten gibt es überall in Schottland

Allgemeines zu Schottland

Schottland hat 5,3 Millionen Einwohner, die sich auf ziemlich viel Fläche aufteilen. Politisch gehört es zum Vereinigten Königreich. Bezahlen kannst du mit dem Pfund Sterling. Die Amtssprachen sind Englisch, Schottisch-Gällisch und Scots. Man kommt mit Englisch durchs Land, doch es kann hier und da schon etwas schwierig werden, gerade dann, wenn sich Englisch und Gällisch in einigen Regionen vermischt. Auch der normale schottische Akzent übertrifft in Sachen Schwierigkeit so manchen deutschen Dialekt. London war irgendwie einfacher. Mit ein bisschen Geduld auf beiden Seiten kann man sich aber auch etwas tiefgreifender unterhalten.

Erreichbarkeit

Von Deutschland gibt es nach Glasgow und Edinburgh eine große Anzahl an Flügen. Edinburgh ist eine wichtige Basis von EasyJet, dementsprechend gibt es auch viele günstige Flüge. Der Flughafen Edinburgh ist zwar nicht besonders übersichtlich und von der Atmosphäre nicht besonders angenehm, doch um ins Flugzeug zu steigen, reicht er aus. Ab Hamburg fliegt man 1 h und 50 min, also nicht besonders lang. Vor Ort ist ein Mietwagen fast die einzige Möglichkeit zur Fortbewegung. Auf dem Festland gibt es ein gutes Netz an Bahnhöfen, doch auf den Inseln wird es schwierig. Als Mietwagen ist ein (kompakt) SUV zu empfehlen oder etwas Ähnliches mit großer Bodenfreiheit, denn die Schlaglöcher sind zum Teil sehr tief.

Motive

Für Landschaftsfotografen gibt es an fast jeder Ecke fantastische Ansichten und Motive. Ich werde mal etwas konkreter und nenne einige Locations.

Loch Lomond

Das Loch Lomond lässt sich fast als Klassiker bezeichnen. Das bis zu 200 m tiefe Loch liegt nördlich von Glasgow. Wer Lust auf Bergsteigen hat, kann sich an dem 974 m hohen Ben Lomond versuchen. Unten am Wasser gibt es einige schöne Kiesstrände und interessante Wälder.

Glen Coe

Das Glen Coe wird auch als „Tal der Tränen“ bezeichnet. Ich war an einem sehr nebeligen und regnerischen Tag dort. Die tiefhängenden Wolken waren schon sehr beeindruckend. Die A82 führt genau durchs Tal und je nach Standort wirkt die Situation sehr unterschiedlich. Definitiv empfehlenswert.

Ein Schaf, etwas Nebel, ein Berg und ein Wasserfall - Schottland kurz zusammengefasst

Ein Schaf, etwas Nebel, ein Berg und ein Wasserfall – Schottland kurz zusammengefasst

Glenfinnan

In Glenfinnan gibt es das Glenfinnan Viaduct und das Loch Shiel. Beide dienten als Kulisse für Harry Potter Filme. Wenn du dich etwas mit dem Fahrplan des Jacobite Steam Trains vertraut machst, kannst du das Viaduct auch mit Dampflok fotografieren.

Glenfinnan ist für Harry Potter Fans ein Must-See

Glenfinnan ist für Harry Potter Fans ein Must-See

Die Isle of Skye

Die Isle of Skye ist ein Paradies für Landschaftsfotografen. Alleine auf dieser Insel kann man eine Woche verbringen. Unsere Unterkunft lag in der Nähe des Hauptortes Portree und war gleichzeitig Galerie eines lokalen Fotografens. Das war tatsächlich Zufall.

Elgol Bucht

Die Elgol Bucht befindet sich am zweitsüdlichsten Zipfel der Isle of Skye. Dort gibt es Fahrten mit Speedbooten und schöne Steine. Diese Steine sind ziemlich interessant und das Wasser sieht zum Teil so aus wie in der Südsee. Im Hintergrund sind die Cuillin Hills ziemlich präsent. Einfach nur herrlich. Auf dem Weg (Single Track) zur Bucht kommst du an einem Friedhof mit Kirche vorbei, auf dem Schafe laufen.

Die Farbe des Wasser in der Elgol-Bucht erinnert an die Südsee

Die Farbe des Wasser in der Elgol-Bucht erinnert an die Südsee

Die Fairy Pools

Auch hier sieht man die Cuillin Hills, allerdings von der anderen Seite. Im Vordergrund hat man einen Wasserfall, der eigentlich aus vielen kleinen besteht. Ich war bei Regen dort. Wir waren fast alleine, doch das Wasser von oben und von vorne machte mir das Leben sehr schwer. Da ich mit meinen ND-Filter nicht fokussieren kann, muss ich dies vor dem Aufsetzen manchen. Beim Aufschrauben besteht die Gefahr, den Fokusring zu drehen. Dann ist das Bild wieder unscharf. Zusätzlich hatte ich noch viele Wassertropfen auf der Linse und kein Mikrofasertuch. Auf der Couch ist alles einfacher als in der Realität. Der Spot ist sehr lohnenswert und das Parkplatzproblem kann ich nicht nachvollziehen (lag das etwa am Wetter?).

Neist Point Lighthouse

Dieser Leuchtturm ist während des Sonnenuntergangs wunderschön. Eine Andeutung von Sonnenuntergang hatten wir nur einmal. Am Tag war der Ort ziemlich touristisch und trotzdem sehenswert. Die Single-Track Road ist ziemlich belastet, kann man aber noch fahren. Wer noch etwas klettern mag, kann dort in der Nähe zum Wasser klettern und die Größe der Felsen bewundern.

An einigen Ecken gibt es auch große Felsen zu bestaunen

An einigen Ecken gibt es auch große Felsen zu bestaunen

Old Man of Storr

Diese Felsen sind bei klaren Wetter ein nettes Motiv mit toller Aussicht. Bei dichten Nebel muss man sich ihnen auf wenige Meter nähern und sieht trotzdem nichts. Das letzte Stück der Wanderung ist nicht besonders leicht, du wirst den Weg aber mit vielen anderen Touristen meistern können. Etwas weiter in Richtung Norden kommt man an den Lealt Falls vorbei. Ich fand sie nicht spektakulär, aber bei dem geringen Mehraufwand solltest du dir ein eigenes Bild machen. Danach sind wir einmal um den nördlichen Teil der Insel gefahren und haben viele tolle Aussichten gehabt. Die Strecke ist allerdings ziemlich lang und eine Single-Track Road.

Portree

Der Hauptort der Isle of Skye mit knapp 2318 Einwohnern. Der Ort ist sehenswert und bietet eine Vielzahl an Restaurants, die allerdings sehr gefragt sind. Hier gibt es auch viele Unterkünfte.

Eilan Donein Castle

Dieses Castle ist quasi ein Must-See. Von außen ein schönes Motiv und von innen sehr interessant. Eine weitere Ansicht kannst du vom Hang aus machen, dort gibt es auch eine Straße, allerdings kann das Gebüsch den Blick etwas einschränken.

Oft fotografiert, doch trotzdem einen Besuch wert

Oft fotografiert, doch trotzdem einen Besuch wert

Inverness

Die Stadt ist nicht unbedingt die schönste, die ich je gesehen habe (was toppt Hamburg?). Aber einen Zwischenstopp ist sie durchaus wert. Nach einigen Tagen mit geringen Menschenkontakt reichen auch 40.ooo Menschen für ein ungewohntes Gefühl von Urbanität. Kleine Anekdote: Das Fußballspiel England gegen Kroatien haben wir dort in einem Lokal gesehen. Die Stimmung war interessant. Einige waren für England, andere für Kroatien und andere für alles außer England.

Die Cathedral Church of Saint Andrew erinnert leicht an den Notre-Dame

Die Cathedral Church of Saint Andrew erinnert leicht an den Notre-Dame

In der Nähe gibt es auch eine Vielzahl an Destillieren. Auch wurde ein Whisky Trail eingerichtet, der an vielen Destillieren vorbeiführt.

Cairngorms National Park

Dieser National Park liegt im Herzen Schottlands und hat viele hohe Berge. Einige kann man sogar erklimmen ohne sich anzustrengen. Der CairnGorm Mountain kann bis auf circa 600 m mit dem Auto befahren werden. Den Rest kann man mit einer Bahn zurücklegen, doch bei Nebel empfand ich dies als nicht besonders sinnvoll. An der „Talstation“ habe ich das Stück Kuchen mit der besten Aussicht genossen. Bei schönen Wetter sehr empfehlenswert.

Blick auf den Glenmore Forest

Blick auf den Glenmore Forest

Edinburgh

Vor dem Rückflug haben wir uns noch einmal kurz Edinburgh angeschaut. Schon wieder der Schock mit den ganzen Menschen. Die Stadt kann man sich anschauen, doch für einen Städtetrip würde ich eher andere Städte nehmen. Eine tolle Aussicht hat man vom Schloss aus. Komischerweise war mir die ganze Zeit das Lied „Castle on the hill“ von Ed Sheeran im Kopf. Aufgrund des Wetters haben wir uns das National Parliament angeschaut. Dies ist ziemlich modern und man kann sich in einigen Teilen frei bewegen. Voranmeldung ist nicht unbedingt erforderlich, Sicherheitskontrolle schon.

Der Blick vom Castel in Richtung Firth of Forth

Der Blick vom Castel in Richtung Firth of Forth

Der Plenarsaal des schottischen Nationalparlamentes

Der Plenarsaal des schottischen Nationalparlamentes

Wetter

Das Wetter ist sehr unterschiedlich. Doch die meiste Zeit hatten wir Wolken und ab und zu etwas Nebel. Regen in verschiedenen Stärken hat uns das Leben nicht allzu oft erschwert. Am Loch Lomond gab es auch einen blauen Himmel. Die Temperaturen waren angenehm zwischen 15 und 20 Grad. Vor unseren Aufenthalt gab es knapp zwei Monate kein Regen und viel Sonne. Es ist also alles möglich.

Jahreszeit

Im Herbst und Frühling gibt es frisches Grün beziehungsweise bunte Blätter. Doch Bäume gibt es nur in einigen Landesteilen. Im Sommer sind die Temperaturen angenehm, doch Sonnenauf- und Untergang sind spät und die Nächte sind nicht ganz dunkel. Im Winter ist der Sonnenuntergang früh und der Sonnenaufgang spät. Auch kannst du die Nacht für die volle Bandbreite an Astroaufnahmen nutzen. Schnee macht das Autofahren schwer und schränkt dich eventuell ein, doch die Hauptstraßen und auch Nebenstraßen werden von den Behörden und den Communitys geräumt. So sagte es eine Vermieterin bei Erzählungen aus vergangenen Wintern. Die Schotten sind übrigens ein total freundliches und sehr hilfsbereites Volk.

Fazit

Du suchst noch nach deinem nächsten Urlaubsziel, welches mehr als Strand und Pool zu bieten hat und dabei noch viele Motive hat. Schottland ist da eine gute Option. Nur der Linksverkehr ist gewöhnungsbedürftig. Aktuell ist die Einreise ziemlich einfach. Personalausweis zeigen, drei Fragen beantworten und schon geht der Spaß los. Ohne politisch werden zu wollen, wie das nach dem Brexit ist, ist noch nicht klar. Fachleute gehen davon aus, dass der Status ähnlich dem der Schweiz sein wird. Obwohl das Ganze überhaupt nicht berechenbar ist.

Wie sind deine Erfahrungen? Warst du schon einmal in Schottland oder konnte ich dich jetzt überzeugen?

4 thoughts on “Fotografieren in Schottland

  • Hi Hendrik,
    Schottland ist auch noch ein Ziel, das auf meiner viel zu langen Foto-Trip-Liste steht. Ich mag deine Bildatmosphäre: Die triste Stimmung, kombiniert mit dem Grün der Wiesen – aber auch das Schroffe, das Schottland bietet. Gerade das Tal der Tränen hat mich besonders dabei angesprochen ^^

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