Was einen eigenen Stil ausmacht und wie du ihn finden kannst

Nachdem wir uns in den letzten Wochen eher mit technischen Themen beschäftigt haben, gucken wir uns in diesem Artikel mal ein etwas anderes Thema an, welches mehr der Kunst oder dem Marketing zuzuschreiben ist.

Wer die Fotografie als Kunst sieht, kann den Stil als künstlerische Entwicklung bezeichnen. Da ich meine Bilder nur als Kunst bezeichne, wenn etwas misslungen ist, sehe ich einen Stil eher als einen Teil der Vermarktung. Da darfst du gerne eine der beiden Sichtweisen annehmen oder einen völlig anderen Ansatz wählen.

Wer sich die Liste unten anguckt, wird feststellen, dass viele Elemente der Liste in diesem Bild sind

Was ist ein Stil?

Mit einfachen Wörtern ist es schwierig zu beschreiben, was ein Stil ist, denn beim Stil handelt es sich um eine ziemlich abstrakte Sache. Deshalb beginne ich mit der Definition aus dem Duden:

(von Baukunst, bildender Kunst, Musik, Literatur o. Ä.) das, was im Hinblick auf Ausdrucksform, Gestaltungsweise, formale und inhaltliche Tendenz o. Ä. wesentlich, charakteristisch, typisch ist

https://www.duden.de/rechtschreibung/Stil

Ich persönliche finde diese Definition sehr treffend und im Folgenden werden wir uns einige Aspekte angucken und überlegen, was diese in der Fotografie bedeuten.

Was macht einen Stil aus?

inhaltliche Tendenz

Der Inhalt des Bildes ist das Motiv. Oft findet man nach Zeit einige Motive, die man gerne fotografiert. Bei mir sind das (urbane) Landschaften. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man in einigen Fällen nicht auch von Architekturfotografie sprechen kann.

Dabei ist der Inhalt aber mehr als nur das Hauptmotiv. So gibt es Fotografen, die bestimmte Elemente immer wieder in ihre Bilder mitaufnehmen. Der eine oder andere assoziiert ein Blatt auf einem Stein sicherlich mit den Fotografen Benjamin Jaworskyj.

Unabhängig davon, ob einem das gefällt oder nicht; der Wiedererkennungswert ist vorhanden.

Die Sonne steht auch immer tief, wenn ich fotografiere…

Gestaltungsweise

Auch die Gestaltung der Bilder trägt einen großen Anteil zum Aussehen der Bilder bei. Gut, das ist klar.

Bleibt man nun einer bestimmten Gestaltung der Bilder treu, kann das zum eigenen Stil beitragen.

Das Equipment

Jetzt löse ich mich von der Definition und habe noch eigene Punkte.

Die Wahl der Kamera oder des Objektives haben selbstredend einen Einfluss auf das Bild.

Viele Fotografen haben Vorlieben für bestimmte Brennweiten und verwenden diese entsprechend oft. So nutze ich zum Beispiel oft ein (Ultra-) Weitwinkelobjektiv. Somit haben wir schon ein Element, welches bei mir immer wieder auftaucht.

Eine lange Brennweite findet man bei mir eher selten

Andere Fotografen gehen sogar noch etwas weiter und fotografieren nur mit einer bestimmten Brennweite. Das ist sowohl für das Packen der Tasche als auch für den Wiedererkennungswert des Fotografens vorteilhaft.

Warum sollte man einen eigenen Stil haben?

Jedes Jahr steigt die Nummer der aufgenommenen Bilder stark an, das heißt auch, dass es für das einzelne Bild immer schwieriger wird, Aufmerksamkeit zu erlangen.

Hier kann ein eigener Still helfen, um aus der Masse an Bildern hervorzustechen. Bei Instagram folge ich zwar nicht allzu vielen Konten, doch bei einigen gibt es eine hohe inhaltliche Überschneidung. Doch in den meisten Fällen kann ich sagen, wer das Bild aufgenommen hat, ohne zu gucken, wer das Bild hochgeladen hat.

Man muss nicht gleich zu einer Stilikone werden, doch etwas Wiedererkennung ist schon erstrebenswert

Das ist auch mein persönlicher Anspruch. Zwischen 1.000 Fotos desselben Motives von unterschiedlichen Fotografen hervorzustechen, halte ich für zu ambitioniert, doch meine Follower sollten mich schon wiedererkennen.

Wie findet man seinen Stil?

Man kann sich bewusst an den Schreibtisch sitzen und sich zu den oben genannten Punkten Gedanken machen und dann versuchen, den Plan umzusetzen.

In der Regel entwickelt sich ein eigener Stil aber im Laufe der Zeit von selbst. Um diese Entwicklung bewusst wahrzunehmen, hilft es, sich ab und zu mal hinzusetzen und die eigenen Bilder miteinander zu vergleichen.

Dabei achtest du dann darauf, welche Elemente immer wieder vorkommen (Motive, Licht, Perspektive). Auch kann es helfen, in Lightroom oder ähnlichen zu gucken, welche Einstellungen oft verwendet werden und daraus Schlüsse zu ziehen.

Ein Stil besteht aber nicht nur aus einem Merkmal, sondern aus einer Kombination von verschiedenen Merkmalen.

An dieser Stelle möchte ich einmal versuchen, zu skizzieren, welche Elemente für mich typisch sind:

  • Meist zu Sonnenauf- oder Untergang sowie bei Dunkelheit
  • Lange Belichtungszeiten
  • (Urbane-) Landschaften
  • Kurze Brennweite
  • Tiefe oder Normalperspektive
  • Fast immer Wasser im Bild
Wasser zieht mich als Fotograf magisch an

Ich glaube, dass diese Punkte typisch für meine Bilder sind, allerdings auch nicht bis in alle Ewigkeit.

Ein Stil kann dich einschränken

Nun haben wir geklärt, was ein Stil und wie du deinen individuellen Stil definieren kannst. Somit kannst du dich ein dein eigenes Korsett quetschen.

Deinen eigenen Stil solltest du nicht allzu dogmatisch verfolgen und ab und zu einfach mal alles anders machen. Das führt zu neuen Ergebnissen und du kannst dich und deinen Stil weiterentwickeln.

Fazit

Einen Stil entwickelt man oft im Laufe der Zeit nebenbei. Sollte man es unbedingt darauf anlegen, einen Still zu entwickeln, kann es passieren, dass man zwar einen hohen Wiedererkennungswert der Bilder hat.

Doch wirklich authentisch ist der Stil dann auch nicht und man kann sich vielleicht gar nicht mit seinen Bildern identifizieren, deshalb sollte man ab und zu über typische Elemente der eigenen Bilder nachdenken, doch nichts erzwingen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.