Leerer Raum in deinen Bildern

In diesem Artikel widmen wir uns der Architekturfotografie, und zwar im Speziellen dem Fotografieren von leeren Räumen.

Nein, das machen wir nicht. Wir beschäftigen uns mit der Bildgestaltung. Leerer Raum ist dabei nicht als baulicher Raum, sondern vielmehr als ein Bildbereich zu verstehen.

Leere Räume können deine Bildwirkung verbessern und genau deshalb gucken wir uns heute mal die leeren Bereiche deines Bildes an.

Hat man neben seinem Motiv wenig auf dem Bild, lenkt wenig ab

Was ist der leere Raum

Als leeren Raum bezeichnet man in diesem Fall einen Bildbereich, der wenig Informationen für den Bildbetrachter bereithält.

Dafür bieten sich monotone Strukturen sehr gut an. Dabei muss dieser Bildbereich aber nicht einfarbig sein. Ein unauffälliger Wald oder der Himmel mit eher uninteressanten Wolken können auch sehr gut einen leeren Raum darstellen.

Neben den leeren Raum hast du auch noch ein Motiv in deinem Bild. Anderenfalls wird das Bild doch sehr langweilig.

Was bringt dir der leere Raum?

Dir bringt der leere Raum erst einmal Arbeit. Denn bei der Komposition deiner Bilder müsstest du den leeren Raum gezielt in dein Bild bringen.

Diese Mühe wird aber belohnt. Dein Betrachter wird deinem Hauptmotiv mehr Aufmerksamkeit geben und die Bildwirkung wird meist verstärkt. Das Hauptmotiv erfährt mehr Aufmerksamkeit.

Man könnte auch davon sprechen, dass weniger Bildelemente mehr Aufmerksamkeit bringen. Weniger ist oft mehr. Bei Geld bin ich da zwar skeptisch, doch sonst kann eine Reduktion wahre Wunder wirken.

Wie man leeren Raum in sein Bild bekommt

Die einfache Antwort lautet: „Einfach nur das Hauptmotiv fotografieren.“ Da die Welt aber komplexer ist, funktionieren einfache Antworten nur selten.

Ich habe mir vor dem Schreibprozess meine Bilder angeguckt und festgestellt, dass ich dem Konzept des leeren Raumes quasi nie folge. Oft ist das Motiv bei mir in seine Umgebung eingebettet und bekommt im Idealfall noch einen Vordergrund dazu.

Bilder mit leeren Raum sind bei mir selten (Gegenbeispiel)

Meine Bilder sind zwar durchaus ansehnlich (okay, das ist ein Understatement), doch von einfachen Bildern bin ich weit entfernt. Deshalb habe ich mir einige Gedanken gemacht, wie Hendrik/man den leeren Raum in seinen Bildern vergrößern kann.

Mit der Entfernung und der Perspektive spielen

In vielen Fällen kann es eine gute Idee sein, sich dem Motiv zu nähern und mit der Perspektive zu spielen und sich dabei zu fragen, wie bekomme ich (ablenkende) Elemente ohne Photoshop aus meinem Bild.

Durch Verwacklungsunschärfe (Mitzieher)

Das Ziel ist es, einen möglichst monotonen Bildbereich zu erhalten. Dieses Ziel kann man auch durch gezielte Unschärfe erreichen. Hat man ein bewegtes Motiv, kann man Mitzieher aufnehmen und den Hintergrund mit dieser Methode unscharf gestalten.

Bei guten Mitziehern kann der Hintergrund unkenntlich gemacht werden, das Motiv bekommt somit die meiste Aufmersamkeit

Dieses Vorgehen funktioniert natürlich nur bei einigen Motiven und es erfordert einiges an Übung. Einen Artikel mit Erklärungen und Vorgehensweise habe ich hier verlinkt.

Mit einer langen Brennweite

Bei meinen Bildern sieht man oft die gesamte Umgebung, eingefangen mit einer kurzen Brennweite. Mit einem umgekehrten Vorgehen lässt sich wahrscheinlich mehr leerer Raum in die Bilder bringen.

Vom Vordergrund abgesehen, gibt es nur das Schiff und den Hintergrund, der allerdings nicht ablenkt

Bei der Verwendung einer langen Brennweite kann man viele andere Objekte ausblenden und den Fokus mehr auf das Motiv legen.

Fazit

Leerer Raum kann für viele Bilder eine echte Bereicherung sein. Wenn du nun Interesse an diesem Konzept hast, kannst du es bei deiner nächsten Fototour ausprobieren. Auch ich werde in der Zukunft darauf achten, meinen Betrachter Räume zu lassen.

Jetzt geht es aber erst einmal daran, sinnvolle Bilder in meinem Archiv zu finden.

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