Alles, was du über Metadaten (in der Fotografie) wissen solltest

Gerne hätte ich dir an dieser Stelle von den Neuheiten der Photokina berichtet, doch die konnte Aufgrund behördlicher Auflagen nicht durchgeführt werden. Die Messebetreiber haben sich auch gleich dazu entschieden, 2021 mit auszusetzen und somit liegen zwischen der letzten Photokina 2018 und der voraussichtlich nächsten Photokina 2022 ganze vier Jahre. Das mit dem Wechsel zu einer jährlichen Durchführung hat super funktioniert.

Neue Kameras werden wohl eher virtuell gelauncht

Stattdessen möchte ich dir heute etwas von Daten über Daten schreiben. Mich haben persönlich schon Fragen erreicht, bei denen etwas Wissen über Metadaten die Frage beantwortet hätte. Somit hat das Thema eine Relevanz und wir werden nun zusammen in die Welt der Daten über deine Bilder eintauchen.

Was sind Metadaten

Meta stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie dahinter oder auf einer höheren Stufe. Die Metadaten stehen somit über den Daten und die Daten selbst sind die formale Darstellung von Informationen.

Soweit so abstrakt. In den Metadaten finden sich Informationen, die weiterführende Informationen zur Datei bereithalten. Bei Dateien auf deinem Computer sind zum Beispiel die Erstellungszeit und der Zeitpunkt des letzten Zugriffs bekannte Beispiele.

Der Inhalt einer .xmp Datei

EXIF Daten

Jetzt wird es für uns Fotografierende relevant. EXIF ist ein Dateiformat und ist in der Regel in deiner eigentlichen JPEG Datei eingebettet. Dieses Dateiformat speichert nun die für uns relevanten Informationen.

Einige Beispiele

  • Aufnahmezeitpunkt
  • Brennweite
  • Kameramodell
  • Belichtungszeit
  • Blende
  • Blitzaktiviert?
  • ISO-Wert
  • GPS-Standortdaten

Diese Daten werden schon direkt von der Kamera mit in die Datei geschrieben. Aber auch während der Nachbearbeitung werden diese Daten noch verändert. So kannst du zum Beispiel noch Stichwörter oder Standortdaten mit dem Bildverwaltungsprogramm deiner Wahl ergänzen.

Metadaten können auch programmübergreifend verarbeitet werden

IPTC-IIM Standard

Natürlich gibt es nicht nur ein Dateiformat. Für weitergehende Informationen gibt es den IPTC-IIM Standard. Die Aufgabe dieses Dateiformates ist es, Informationen zu speichern, die für Journalisten relevant sind.

Deshalb bietet dieses Format Felder wie Dringlichkeit, Anbieter oder Lizenzangeben.

Diese Felder kannst du auch beschreiben, doch richtig relevant sind sie eher für die kommerzielle Fotografie.

XMP

*.xmp Dateien hast du bestimmt schon einmal gesehen, wenn du mit RAW-Dateien gearbeitet hast. Die meisten RAW-Formate lassen es nämlich nicht zu, EXIF Daten in der Datei zu speichern. Deshalb wird in diesem Fall eine zusätzliche Datei erstellt.

Solltest du Metadaten einer RAW-Datei speichern wollen, ist es wichtig, neben den eigentlichen Bildern auch auf die XMP Dateien zu achten. Kopierst du diese nicht mit oder löschst sie, sind einige Metadaten futsch. Allerdings archiviert man seine Bilder in der Regel auch in anderen Formaten.

Metadaten auslesen

Jetzt kennst du die gängigsten Formate für Metadaten. Damit wir mit diesen Daten jetzt auch sinnvoll arbeiten können, müssen wir sie auch auslesen können.

In den meisten Programmen und Betriebssystemen ist das Ganze auch nicht sonderlich kompliziert. Unter Windows machst du einfach einen Rechtsklick auch die Datei, klickst auf Eigenschaften und wählst dann Informationen.

Auch im Explorer kann man sich die Aufnahmeinformationen anzeigen lassen; die Modellbezeichnung finde ich vor dem Hintergrund der Spionagevorfwürfe sehr interessant;)
Auch im Explorer kann man sich die Aufnahmeinformationen anzeigen lassen; die Modellbezeichnung finde ich vor dem Hintergrund der Spionagevorfwürfe sehr interessant;)

Dann kannst du die Daten auch schon auslesen. Wie das Vorgehen unter MacOS ist, kann ich nicht sagen, es dürfte aber ähnlich sein.

Richtig spannend werden diese Daten, wenn man sie mit Software automatisch verarbeitet.

In den gängigsten Bildverwaltungsprogrammen lassen sich diese Informationen einfach einblenden oder zum Suchen von Bildern verwenden.

Du suchst diese eine Langzeitbelichtung des Reichstags, hast deine Bilder aber nur unzureichend verschlagwortet? Die Bilder hast du aber mit einem groben Ortstag versehen und bist allen Übels auch noch Berliner und machst somit regelmäßig Bilder in Berlin? Du weißt aber, dass du noch deine Sony a6000 und eine lange Belichtungszeit verwendet hast?

Super, jetzt kannst du nach dem Tag „Berlin“, Kamera „Sony a6000“ und allen Belichtungszeiten über 3 Sekunden suchen. Nun kannst du dein Bild schneller finden, als alle Ordner einzeln abzusuchen. Metadaten können also sehr hilfreich bei der Verwaltung deiner Bilder sein.

Mit beschreibenden Metadaten kann man seine Bilder einfacher wiederfinden

Wenn du dich mit dem Beispiel nicht identifizieren kannst, tut mir das leid, doch das Prinzip sollte klar werden.

Metadaten entfernen

Beim Export in Lightroom gibt es die Möglichkeit, die Metadaten beim Export nicht in die neue Datei zu schreiben. Nun haben wir uns mit den tollen Eigenschaften der Metadaten beschäftigt, wieso sollte man sie also aus den Bildern entfernen?

Ich habe zwei Erklärungsansätze.

1.: Datenschutz. Da Metadaten auch Standortdaten enthalten, kann es sein, dass man diese nicht teilen möchte. Bei mir wäre dieses Vorgehen ein Witz, der seines gleich sucht, denn ich fotografiere viele bekannte Orte.

Doch bei einigen Motiven kann es durchaus Sinn ergeben, den Aufnahmeort geheim zu halten. Vielleicht bei seltenen und geschützten Tieren oder bei Lost-Places.

Wer Ortsangaben in den Metadaten lässt, profitiert von einer automatischen Zuweisung von Orten auf Instagram

Es kann aber auch noch andere Informationen geben, die ein einzelner als Brisant einstuft und deshalb nicht veröffentlichen möchte.

2.: Sparen von Ressourcen. Auch Metadaten erhöhen die Größe der Datei. Doch wirklich stichhaltig finde ich diesen Punkt nicht. Gerne hätte ich hier Werte aus einem Beispiel genommen, doch die Datei ohne Metadaten war größer als die Datei mit Metadaten.

Selbst wenn man alles richtig macht, reden wir hier über wenige Kilobytes und im Verhältnis zur Größe eines hochauflösenden Bildes ist das quasi nichts.

In solchen Fällen könnte man die Metadaten jedenfalls entfernen. Nur damit du das mal gehört hast.

Ein (kurzer) Ausflug in die Telekommunikation

Auch wenn dieser Punkt nichts mehr mit dem Fotografieren zu tun hat, liegt es mir am Herzen kurz zu erläutern, welche Daten wir so hinterlassen.

Wie schon geschrieben, gibt es bei allen möglichen Dateien/Aktionen Metadaten. Da stellt unsere Kommunikation keine Ausnahme dar.

Bei der Telekommunikation wird dabei oft erfasst, wer mit wem wann kommuniziert. Der eigentliche Inhalt der Kommunikation wird dabei nicht erfasst, sonst wären es mehr als nur die Metadaten.

Hat man diese Informationen, kann man damit schon einiges anfangen. Deshalb haben Behörden im Sicherheitsbereich auch ein großes Interesse an solchen Daten. Damit man diese auch noch etwas länger nutzen kann, verpflichtet man die Provider einfach, diese Daten zu speichern.

Das Ganze nennt sich dann Vorratsdatenspeicherung. Damit lässt sich der Terrorismus unter Kontrolle bringen und der Staat gewinnt an Handlungsfähigkeit.

Professionelle Kriminelle können auch unauffälliger kommunizieren und am Ende werden alle Menschen unter Generalverdacht gestellt. Wir haben zwar eine funktionierende Gewaltenteilung, doch immer mehr Kompetenzen brauchen die Behörden auch nicht.

Die Vorratsdatenspeicherung ist aber erst einmal außer Kraft gesetzt, bis der EUGH darüber entschieden hat.

Fazit

Ich hoffe, dass du aus dem Artikel noch etwas mitnehmen konntest. Mit dem gezielten Einsatz von Metadaten kann man privat/staatlich einiges erreichen und weiß auch nach Jahren noch, mit welchen Einstellungen man welche Bilder wo aufgenommen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert