Durch Scheiben und Zäune fotografieren

Sicherlich bist du auch schon einmal auf Schwierigkeiten gestoßen, als du durch eine Scheibe oder durch einen Zaun fotografieren wolltest. Die Sache ist auch nicht ganz einfach, doch ich habe in diesem Artikel einige Ideen, mit denen du die Problematik lösen kannst.

Zäune und Scheiben sind dabei sehr ähnlich, doch einige Tipps lassen sich nur bei Scheiben anwenden und im Text werde ich aufgrund der besseren Lesbarkeit überwiegend von Scheiben schreiben.

Einen Polfilter benutzen

Mit einem Polfilter kann man nicht nur die Wirkung der Farben verstärken, sondern auch Reflexionen im Bild verstärken oder abschwächen.

Für unsere Zwecke passt abschwächen ganz gut. Die Ergebnisse variieren allerdings je nach Einfallswinkel des Lichts und nach Winkel der Kamera zur reflektierenden Fläche. Eventuell hilft es, hier ein wenig zu experimentieren.

Fotografieren durch eine Glasfläche ist auch ohne Reflexionen möglich

Dabei solltest du noch beachten, dass der Polfilter die Menge des Lichts, das den Sensor erreicht, etwas reduziert.

Eine große Blendenöffnung verwenden

Durch eine große Blendenöffnung wird der scharfe Bereich im Bild kleiner. Von diesem Effekt können wir bei der Lösung unseres Problems Gebrauch machen. Den Fokus legen wir auf unser Motiv hinter der Scheibe und diese sollte nun nicht mehr sehr präsent sein.

Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung. Möchtest du eine Stadt hinter einer Scheibe fotografieren und eine durchgängige Schärfentiefe wünschen, dann wird es vielleicht etwas schwierig.

Nah an die Scheibe herangehen

Meiner Erfahrung nach ist dieser Punkt am wirkungsvollsten und funktioniert auch bei Zäunen sehr gut.

Bist du mit deiner Linse nah an der Scheibe, ist die Fläche, durch die fotografieren willst kleiner. Somit solltest du weniger Reflexionen einfangen, als wenn du fünf Meter weit weg stehst. Wenn du die Linse/Gegenlichtblende nun direkt gegen die Scheibe drücken kannst, solltest du die Reflexionen auf ein Minimum reduziert haben.

Bei dieser Aufnahme war ich nah an der Scheibe und diese fällt auch nicht auf

Zusätzlich kannst du auch noch etwas Dunkles vor die Scheibe halten/stellen. Mit einer dunkeln Jacke kannst du die Reflexionen zusätzlich reduzieren.

An dieser Stelle werfe ich mal kurz eine Geschichte aus der Praxis ein. Auf der Aussichtsplattform von „The Shard“ in London hat man einen hervorragenden Blick auf die Stadt. Das ist auch vielen Fotografen bekannt. Allerdings sind die Aussichtsetagen verglast.

Nun haben die zahlreich vorhandenen Fotografen interessante Lösungen entwickelt, um die Reflexionen zu reduzieren. Eine oft angewendete Lösung war das Halten einer Jacke/Tasche vor der Scheibe.

Eine lange Brennweite nutzen

Stelle ich mich mit einem Weitwinkelobjektiv vor einen Zaun, ist es wenig verwunderlich, dass die Streben des Zauns sehr präsent sein werden. Bei einem Teleobjektiv sieht die Sache jedoch etwas anders aus. Der Bildausschnitt ist enger und die Schärfentiefe ist auf den Bildern geringer.

Zäune findet man oft in Zoos oder an Flughäfen. Hier sind die Motive oft auch noch weit vom eigenen Standpunkt entfernt, sodass man sowieso zu längeren Brennweiten tendiert.

Mit einer langen Brennweite fällt ein Zaun nicht mehr auf

Fazit

Mit diesem Artikel wollte ich dir einige gängige Tipps zum Reduzieren der Störungen, die durch Zäune und Glasscheiben hervorgerufen werden, geben.

In einigen Fällen ist es vielleicht auch denkbar, die Reflexionen bewusst mit einzubauen und damit spannende Bilder aufzunehmen.

Solltest du noch einen zusätzlichen Tipp haben, freue mich, wenn du diesen mit uns teilst.

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