Das Zusammenfügen von HDRs in Lightroom

Im letzten Artikel haben wir geklärt, wie man die Ausgangsbilder für ein HDR aufnimmt. Je besser du diese Vorarbeit gemacht hast, desto bessere Ergebnisse wirst du jetzt erzielen können.

Ein HDR, aufgenommen in der blauen Stunde

Ein HDR, aufgenommen in der blauen Stunde

Warum Lightroom

Lightroom bietet beim Zusammenrechnen von HDRs nicht unbedingt die größte Auswahl an Reglern und Einstellungen. Für Profis mag das einschränkend sein, doch für alle anderen eher positiv. Des Weiteren hat Lightroom eine ziemlich große Nutzerbasis. Ein weiterer Vorteil von Lightroom ist die Einfachheit. Mit Photoshop wäre es auch noch ziemlich simple. Doch bei jeden anderen Programm muss man sich die Bildnamen merken, das Bild errechnen und das fertige HDR in Lightroom importieren. Das klingt nicht nur ziemlich aufwendig, es ist es auch. Ich spreche aus Erfahrung. Die Integration in den Workflow ist sehr flüssig und angenehm.

Vorarbeiten in Lightroom

Natürlich müssen die Bilder zuerst importiert werden. Am besten aktivierst du die Profilkorrekturen und entfernst die chromatischen Aberrationen. Geht auch im Nachhinein, doch vorher macht die Sache einfacher. Die richtige Bearbeitung findet nach dem Verrechnen statt. Der Übersichtlichkeit halber kannst du die einzelnen Belichtungen für die Bilder mit Farben (Tasten 6, 7, 8, 9) markieren.

Das Zusammenrechnen

Nun wählst du alle Bilder einer Belichtung aus. Dann machst du einen Rechstklick und folgst Zusammenfügen von Fotos -> HDR… oder du drückst Strg (Cmd) + H. Dann wird aus den einzelnen Bildern ein einziges Bild errechnet. Dieses Bild sollte nun Details in den hellen und in den dunklen Bildbereichen enthalten. Als erstes wird Lightroom dir eine Vorschau präsentieren. Je nach Rechner und Anzahl der Bilder dauert dies unterschiedlich lange. Hier hast du nun auch weitere Einstellungsmöglichkeiten.

Über einen Rechtsklick erhält man die Option zum Zusammenfügen von Fotos

Über einen Rechtsklick erhält man die Option zum Zusammenfügen von Fotos

Automatische Einstellungen: Hier trifft Lightroom schon ein paar Einstellungen und du hast eine ungefähre Vorstellung von dem, wohin die Bearbeitung hingehen könnte. Die Einstellungen kannst du später im Entwickeln-Modul auch wieder entfernen.

Eine erste Vorschau des HDRs

Eine erste Vorschau des HDRs

Stärke der Geistereffektbeseitigung

Als Geistereffekt bezeichnet man Bewegungen im Bild, die das exakte Übereinanderlegen der Bilder an dieser Stelle erschweren. Lightroom versucht diese Effekte zu entfernen und auch an diesen Stellen ein sauberes Bild zu erstellen. Wie stark diese Entfernung sein soll, kannst du mit diesen Schaltflächen bestimmen. Du kannst dir auch anzeigen, wo diese Effekte auftreten. Mit der Stärke solltest du bei jedem Bild etwas experimentieren. Auch kannst du dir anzeigen lassen, wo solche Effekte im jeweiligem Bild auftreten.

Die roten Flächen zeigen Bereich mit Geistereffekten

Die roten Flächen zeigen Bereich mit Geistereffekten

Dann kannst du noch auswählen, ob Lightroom die Ausgangsbilder mit dem Endergebnis in einen Stapel packen soll.

Das Speichern der Bilder

Wenn du auf Zusammenfügen drückst, wird das HDR erstellt. Du erhältst eine DNG Datei. DNG ist ein Dateiformat, welches zum Standard für RAW-Dateien in der Fotografie werden sollte. Flächendeckend konnte es sich (leider) noch nicht durchsetzen. Auf jeden Fall hast du mit dieser Datei eine große Anzahl an Möglichkeiten. Du kannst siee wie eine normale RAW-Datei bearbeiten, wobei du noch mehr Möglichkeiten im Bereich Belichtung, Tiefen und Lichter haben solltest. Auch mit den Verlaufsfiltern und den Korrekturpinsel hast du in diesen Bereichen noch mehr Potenzial als nur mit den Reglern.

Anschließend kann die DNG wie gewohnt bearbeitet werden

Anschließend kann die DNG wie gewohnt bearbeitet werden

Nun wurden noch ein paar störende Elemente beseitigt und fertig ist das Bild

Nun wurden noch ein paar störende Elemente beseitigt und fertig ist das Bild

Fazit

Der HDR Befehl von Lightroom ist sehr primitiv und die Performance ist lightroomtypisch nicht spitze, allerdings waren andere HDR-Programme nicht unbedingt schneller. Diese Option gibt es übrigens ab Version 6, ein CC-Abo ist also erst einmal nicht zwingend erforderlich. Mit HDRs hat man eine Menge Möglichkeiten. Ich persönlich werde sie in Zukunft häufiger nutzen und kann so auch den etwas beschränkten Dynamikumfang meiner Kamera umgehen.

Wie ist es bei dir? Machst du viele HDRs und magst du es realistisch oder lieber surreal?

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