Einen passenden Monitor für die Bildbearbeitung finden

Ein Monitor/Display ist für die sinnvolle Verwendung eines Computers so wichtig, wie die Reifen eines Autos zum Fahren. Computer können zwar auch ohne Display tolle Sachen machen, doch in vielen Fällen kommt man um einen Monitor nicht herum.

Der Monitor hat dabei für uns Fotografen noch eine besondere Bedeutung: Er bietet uns die Möglichkeit, unsere Bilder zu betrachten. Da sich zu dem Betrachten oft auch noch die Bearbeitung gesellt, hat er direkten Einfluss auf die Qualität des Endergebnisses.

Wenn du dir zu Beginn der fotografischen Laufbahn noch keine Gedanken über den verwendeten Monitor gemacht hast, ist das überhaupt kein Beinbruch. Solltest du deine Ergebnisse verbessern wollen (wer will das nicht?), ist der Monitor ein Punkt, der dir relativ einfach einen Qualitätsschub verpassen kann.

Damit du auch wirklich eine Verbesserung erzielst, gebe ich dir in diesem Artikel einige Tipps, mit denen du eine gute Wahl beim Kauf des Monitors treffen wirst.

Der Monitor macht es uns möglich, unsere Bilder schnell und sicher zu beurteilen

Das wichtigste: Farbräume und die Abdeckung dieser

Da man in der digitalen Fotografie alle zu speichernden Informationen in Zahlen packen muss, gibt es auch für Farben ein System, mit den die Werte gespeichert werden und wieder geöffnet/interpretiert werden.

Es gibt zwar eine Vielzahl an Farbräumen, doch für die Fotografie sind oft nur sRGB und Adobe RGB relevant. Einen Vergleich mit den Unterschieden werde ich bald verfassen, aber für heute reicht es, dass wir wissen, dass es Farbräume gibt.

Je nach Monitor variiert nun die sogenannte Abdeckung des Farbraumes, diese wird in Prozent angegeben. Kann ein Monitor alle Farben des jeweiligen Farbraumes darstellen, so hat er logischerweise eine Abdeckung von 100%.

Damit das Bild auf dem Monitor vernünftig aussieht, sollte er eine hohe Abdeckung des Farbraumes haben

Eine Abdeckung von 100% könnte man tatsächlich als perfekt bezeichnen. In der Praxis und im Hobbybereich würde ich alles über 95% als ziemlich gut geeignet bezeichnen.

Diesen Wert findest du oft in den technischen Datenblättern des Herstellers. Denen kannst du zwar oft mehr trauen als den Verbrauchs- und Emissionswerten von Autoherstellern, doch ein unabhängiger Testbericht als Bestätigung ist ganz gut, zumal der Wert einfach ermittelt werden kann.

Auflösung / Wie viele Pixel brauchst du?

Die Auflösung beschreibt, wie viele Pixel (Bildpunkte) ein Monitor hat. Diesen Wert kennst du auch von deiner Kamera, dort reduziert man den Sensor nur auf die Anzahl der Pixel und gibt sie in Millionen an. Bei Monitoren nennt man oft die Anzahl der Pixel auf der horizontalen sowie der Vertikalen Achse.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das Bild auf dem Monitor mit zunehmender Auflösung schärfer wird und du mehr Details siehst.

Full HD (1920*1080 Pixel) wird von vielen aus Gründen der Gewohnheit als schön bezeichnet. Ich persönlich stimme nur zu, wenn man von Smartphones spricht.

Der kommende Standard ist UHD (3840*2160 Pixel). Diese Auflösung soll dem des Auges sehr nahekommen, wobei ich den Vergleich gewagt finde, da wir in unseren Augen keinen einzigen Pixel haben und einen Vergleich somit schwierig ist.

Eine Vielzahl an UHD Geräten bietet Samsung Abbildung: Samsung

Ein guter Kompromiss kann QHD (2160*1440 Pixel) sein. Diese Auflösung bietet das 1,7-fache von Full HD, ein gutes Bild und der Rechenaufwand hält sich in Grenzen.

Damit der Monitor ein Bild anzeigen kann, muss dieses Bild auch von irgendjemanden berechnet werden. In aller Regel ist das die Aufgabe der Grafikkarte (GPU). Für Monitore mit einer hohen Auflösung brauchst du auch einen entsprechend starken Computer. Im Zweifel solltest du vorher etwas recherchieren sonst kann es zu üblen Ruckeln kommen.

Die Größe des Monitors

Hier kommt es ganz auf deine persönlichen Präferenzen und die Größe deines Schreibtisches an. Du solltest lediglich beachten, dass die Pixeldichte mit zunehmender Größer geringer wird. Der Abstand zwischen deinen Augen und dem Monitor sollte bei zunehmender Größe des Monitors also auch größer werden, sonst siehst du irgendwann einzelne Pixel

Schnittstellen: Damit du auch ein Bild siehst

Den Monitor verbindest du mithilfe eines Kabels mit deinem Computer. Das ist genauso überraschend, wie die Tatsache, dass Wasser nass ist. Allerdings sollte deinen Computer denselben Standard verwenden wie dein Monitor.

Aktuell ist HDMI quasi der Platzhirsch. Dennoch verwenden einige Monitore eventuell auch DisplayPort oder Thunderbolt. Für hohe Bildwiederholungsraten und hohe Auflösungen solltest du auch die Version der Schnittstelle beachten. Allein für HDMI gibt es über zehn Versionen.

Dann gibt es noch USB Typ-C. Diese Schnittstelle ist ein wahrer Alleskönner. Sie ermöglicht sogar Datenrate, die ein Vielfaches von 10 Gb/s entsprechen. Auch Monitore können mit USB-C angesprochen werden.

Die Auswahl an Monitoren mit Typ-C ist jedoch größer als die Auswahl an Notebooks/Grafikkarten, die einen USB-C Anschluss haben. Am bekanntesten sind wohl Apples Macbooks.

Da Monitore in aller Regel aber mehrere Anschlüsse haben, ist die Sache gar nicht so kompliziert.

Spezialfall: Curved Monitore

Gekrümmte Monitore bieten ein spannendes Nutzungserlebnis, welches sich nicht nur auf Gaming beschränkt. Bei der Bildbearbeitung kann die Krümmung allerdings störend sein. Gerade bei Architekturbildern ist dann im schlimmsten Fall alles gekrümmt und schief. Ich würde von einer Verwendung eher abraten.

Bei Aufnahmen mit vielen Linien empfand ich das Arbeiten an Curved Monitoren als eher unschön

Weitere Funktionen

Moderne Monitore können mehr als nur Bilder anzeigen. Viele sind mit sinnvollen Zusatzfunktionen ausgestattet. Denkbar sind zum Beispiel USB-Hubs oder Lautsprecher.

Wer mit einfachem Sound klar kommt, kann sich Monitore mit Soundbar mal angucken. Ein USB-Hub bietet dir die Möglichkeit, mehrere USB-Geräte oder Speichermedien anzuschließen und am Computer nur ein Kabel anschließen zu müssen. Es kommt quasi zu einer Bündelung. Diese Funktion ist praktisch, allerdings reagieren meine Mäuse manchmal komisch, wenn ich sie am Hub betreibe.

Einige Monitore bieten auch einen USB Hub an Abbildung: Eizo

Monitore in Notebooks

Wer einige Anforderungen an das Display im Notebook hat, macht sich das Leben schwer, aber man kann durchaus gute Geräte finden. Auf denen kann man auch ohne Schwierigkeiten Bilder bearbeiten. Eine matte Oberfläche ist übrigens immer empfehlenswert, sonst kann es zu unschönen Spiegelungen kommen. Frag einfach mal einen Nutzer eines Macbooks.

Fazit

Ein solider Monitor ist als Fotograf schon sehr sinnvoll, gerade wenn du Bilder drucken möchtest. Allerdings musst du keine Unsummen ausgeben. Oft sind Geräte der Mittelklasse auch schon ziemlich gut.

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Shoppen und tolle Aha und Oh Momente beim Einsetzen des neuen Monitors.

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